Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Hängepartie

Daniel Rhee-Piening

Je länger über die Zukunft der Bankgesellschaft Berlin spekuliert wird, desto schwieriger wird die Sanierung. Nicht nur der Ruf wird immer zweifelhafter, auch das Kapital für neue Geschäfte wird immer knapper. Dies sollte Politikern und Bankern klar sein und vor Verschleppung warnen. Doch es scheint, als sei dies der Politik einerlei. Wie gut, dass es das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen gibt. Solange die Ergebnisse seiner Prüfungen nicht vorliegen, braucht der Mehrheitseigentümer, das Land Berlin, keine konkreten Vorschläge zu unterbreiten, können die Politiker hinter verschlossenen Türen streiten. Und die Bankgesellschaft trägt das ihre dazu bei, in den Schlagzeilen zu bleiben. Da werden unter großen Schwierigkeiten Zwischenberichte vorgelegt, die in weiten Teilen unter Vorbehalt stehen. Und es mehren sich die Stimmen, die beklagen, die Zusammenarbeit zwischen der Bankgesellschaft und dem Bundesaufsichtsamt könnte durchaus besser sein. Die Prüfer würden von der Bank nur sehr zögerlich mit Unterlagen versorgt. Da nimmt es nicht wunder, dass niemand die genauen Zahlen kennen will und stattdessen in der Öffentlichkeit immer höhere Summen genannt werden. Der Kapitalbedarf der Bankgesellschaft wird mal eben mit zwei bis drei Milliarden Mark veranschlagt. Auch noch höhere Summen will mancher nicht mehr ausschließen, ganz so als handele es sich um "peanuts". Doch welchen Investor will man mit dieser Politik eigentlich gewinnen? Die Bankgesellschaft, die sich nicht selbst befreien kann, wird von ihrem Mehrheitseigner immer noch vernachlässigt.

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