Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Institut muss die IBAG wieder zurücknehmen

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Die Bankgesellschaft Berlin kauft ihre in der IBAG zusammengefassten Immobilienengagements zurück. Dies kündigte der Vorstand des Instituts am Freitag im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrates des Instituts in einer Pflichtmitteilung an. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen würden im Jahresabschluss 2000 des Konzerns berücksichtigt. Die Bankgesellschaft muss wegen der Rückübertragung voraussichtlich Rückstellungen von rund 1,5 Milliarden Mark zusätzlich bilden. Für eine Rückabwicklung hatte sich zuletzt mehrfach der Berliner Finanzsenator Peter Kurth (CDU), der Mitglied im Aufsichtsrat der Bankgesellschaft ist, ausgesprochen.

Das Aufsichtsgremium war am Freitagvormittag zusammengekommen, um auch über eine Neustrukturierung der Bankgesellschaft zu sprechen. Hierfür hatte sich vor allem Bankchef Wolfgang Rupf stark gemacht. Rupf strebt eine stärkere Zentralisierung des Immobiliengeschäfts und Risikomanagements an. Das Immobiliengeschäft war vor allem der Grund, warum die Tochterbanken der Bankgesellschaft in jüngster Zeit immer neue Wertberichtigungen vornehmen mussten. War davon zunächst nur die Berlin Hyp betroffen, überraschte vor rund zwei Wochen die Landesbank Berlin (LBB) mit dem Eingeständnis, dass die Wertberichtigungen in ihrem Bereich für das Geschäftsjahr 2000 auf 360 Millioen Euro (gut 700 Millionen Mark) verdoppelt werden müssten. Eine endgültige Aussage über die Höhe der Wertberichtigungen im Konzern lässt sich derzeit aber noch nicht treffen, da verschiedene interne und externe Sonderprüfungen laufen. Letzere werden auf Veranlassung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen vorgenommen. Zu Gesprächen mit dem Präsidenten des Bundesaufsichtsamtes Sanio, soll sich der Regierende Bürgermeister, Eberhard Diepgen, am Donnerstagabend im Roten Rathaus getroffen haben.

Infolge der zahlreichen Wertberichtigungen drohen der Bankgesellschaft in der Konzernrechnung rote Zahlen. Deshalb muss sich der Konzern um eine Aufstockung seines Eigenkapitals bemühen. Noch ist völlig unklar, woher die zusätzlichen Mittel kommen sollen. Das Land Berlin, mit 56,6 Prozent der Mehrheitsaktionär, hatte es zuletzt immer wieder abgelehnt, zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt bereitzustellen. Finanzsenator Kurth war daraufhin vom Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses beauftragt worden, bis zum 9. Mai Lösungsvorschläge zu unterbreiten, und deren Auswirkungen auf die Finanzen des Landes Berlin darzustellen. Offenbar konnte man sich im Aufsichtsrat am Freitag noch nicht über die Neustrukturierung des Konzerns und die Kapitalaufstockung einigen.

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