Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: "Verheerend für das Image Berlins"

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"Schreiben Sie ruhig auf, dass die Vorgänge bei der Bankgesellschaft verheerend für das Image des Wirtschaftsstandortes Berlin sind. Wo wir hinkommen, werden wir darauf angesprochen. Aber nennen sie keine Namen." Langsam schlägt die Stimmung in der Stadt der Bankgesellschaft entgegen. Doch nur wenige Unternehmenssprecher wollen sich offen äußern. Wer immer in den westlichen Bezirken in den vergangenen zehn Jahren wirtschaftlich etwas zu sagen hatte, habe auch mit dem Konzern zu tun gehabt. Wer sich jetzt äußere, gerate in den Geruch der Mitwisserschaft, wird zur Begründung angeführt. So ist vielen eine Beantwortung von Fragen zu heikel. Doch hinter vorgehaltener Hand wächst die Kritik am Führungsstil im Bankkonzern und auch an den verantwortlichen Politikern. Und auch Kritik am täglichen Bankgeschäft wird laut. "Provinzbank schlimmsten Ausmaßes" läßt jemand aus der Immobilienwirtschaft vernehmen, der um die Verlängerung seiner Kreditlinien wegen der angespannten Finanzlage der Bank fürchtet.

Zu den Wenigen, die sich offen äußern, gehört Thomas Heilmann, Geschäftsführer von Scholz & Friends in Berlin. "Das Ausmaß des Flurschadens, den die Krise der Bankgesellschaft hinterlässt, wird davon abhängen, wie der Eigentümer jetzt reagiert. Werden die Blutungen professionell gestoppt, wird es Berlin in Zukunft nicht schlechter gehen", sagt er. Vorsichtiger ist Stefan Siebner, Sprecher der Industrie- und Handelskammer zu Berlin. "Wir sind keineswegs glücklich und besonders unglücklich darüber, dass sich der geschäftliche Aufklärungsbedarf mit dem Versuch verbindet, parteipolitisch Boden gut zu machen." Siebert versucht, nach vorne zu blicken: "Es ist nun erforderlich, die Schwierigkeiten bei der Bankgesellschaft schnell und professionell zu lösen."

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