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BASF : Chemiekonzern setzt auf Schiefergas

BASF hat im ersten Quartal weniger Gewinn gemacht. Jetzt will der Konzern in Argentinien Schiefergas fördern und in eine neue Anlage in den USA investieren.

BASF spürt das geringer Gashandelsgeschäft.
BASF spürt das geringer Gashandelsgeschäft.paFotod:

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF prüft wegen der durch Fracking gesunkenen Gaspreise in den USA eine Milliarden-Investition an der US-Golfküste. Das Projekt - eine Anlage zur Herstellung der wichtigen Basischemikalie Propylen - wäre die bislang größte Einzelinvestition der BASF, teilte das Chemieunternehmen am Freitag mit. Propylen wird bei der Produktion von Autolacken, Waschmitteln und Babywindeln verwendet. Die neue Anlage kostet eine Milliarde Euro und soll 2015 in Betrieb gehen.
Zudem plant der Chemiekonzern, in Argentinien Schiefergas zu fördern. „Wir haben uns entschieden, in Argentinien eine Schiefergas-Konzession zu erwerben“, sagte Vorstandschef Kurt Bock auf der Hauptversammlung des Konzerns. Dabei gehe es um ein sehr großes Schiefergas-Feld in dem südamerikanischen Land, sagte der Manager. Bock forderte, nach dem Vorbild der USA das günstige Schiefergas auch in Deutschland zu nutzen. „Hohe Energiepreise und ungenutzte Quellen tragen nicht zu mehr Wettbewerbsfähigkeit bei“, kritisierte er. Die Fracking-Methode, mit der das Gas aus dem Gestein geholt wird, ist in Europa jedoch höchst umstritten.

Der Gewinn ist im ersten Quartal gesunken

Die deutlich schwächeren Öl- und Gasgeschäfte haben BASF zum Jahresstart gebremst. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im ersten Quartal um drei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesunken, teilte das Chemieunternehmen mit. Damit traf BASF die Schätzungen von Analysten.
An den Zielen für das Gesamtjahr hält Konzernchef Kurt Bock gleichwohl fest. „Wir gehen davon aus, dass wir uns in einem weiterhin volatilen und herausfordernden Umfeld gut behaupten werden“, sagte Bock.

Beim geplanten Anteilstausch mit Gazprom läuft alles nach Plan

Beim für Mitte des Jahres geplanten Anteilstausch mit dem russischen Staatskonzern Gazprom laufe alles nach Plan, sagte Finanzchef Hans-Ulrich Engel. „Wir haben die notwendigen Genehmigungen“, sagte der Manager.
Das Ludwigshafener Unternehmen und Gazprom hatten vereinbart, dass die BASF-Tochter Wintershall das Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an die Russen abgibt. Dafür erhält BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien. Der Anteilstausch soll Mitte des Jahres vollzogen werden. dpa/rtr

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