BASF : Das beste Jahr

Chemiekonzern erhöht nach gutem Geschäft im Sommer seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2010. Das weltgrößte Chemieunternehmen erwartet das beste Jahr seiner Geschichte.

von und Siegfried Hofmann
Steil nach oben. Wegen der guten Konjunktur rechnet BASF für das Jahr 2010 nun mit einem Umsatz von 63 Milliarden Euro.
Steil nach oben. Wegen der guten Konjunktur rechnet BASF für das Jahr 2010 nun mit einem Umsatz von 63 Milliarden Euro.Foto: dapd

Berlin/Frankfurt am MainGlänzende Zahlen konnte BASF-Chef Jürgen Hambrecht am Mittwoch präsentieren. Mehr noch: Das weltgrößte Chemieunternehmen erwartet das beste Jahr seiner Geschichte und erhöht seine Prognose für 2010. Der Umsatz soll im Gesamtjahr auf 63 Milliarden Euro steigen, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen soll bei mehr als acht Milliarden Euro liegen. „Dies übertrifft die bisherigen Höchstwerte aus den Jahren 2007 und 2008“, teilte BASF am Mittwoch in Ludwigshafen mit. Im Jahr 2008 hatte der Konzern, der unter anderem Chemikalien, Kunststoffe und Veredelungsprodukte herstellt, 62,3 Milliarden Euro erlöst und einen bereinigten operativen Gewinn von 6,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Mit der Prognose übertriff BASF auch die Erwartungen der Analysten.

Anlass für die Erhöhung der Prognose waren die starke Nachfrage und die überraschend guten Zahlen für das dritte Quartal. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebit) legte sogar um 122 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro zu. Das Ebit vor Sondereinflüssen schnellte um 77 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro in die Höhe. Analysten hatten zuletzt einen Anstieg auf 1,96 Milliarden Euro prognostiziert. „Damit wurde das hohe Umsatz- und Ergebnisniveau des zweiten Quartals 2010 gehalten“, teilte BASF mit. Auch für das vierte Quartal rechne man weiter mit einer guten Geschäftsentwicklung.

Anleger reagierten erfreut auf die am Mittwoch überraschend veröffentlichten Zahlen. Eigentlich war der Quartalsbericht erst für den 28. Oktober vorgesehen gewesen. Die BASF-Aktie stieg im Dax um rund 2,6 Prozent. Das Bankhaus Lampe bekräftigte seine Kaufempfehlung: „Das Gewinn-Momentum spricht für die Aktie und im kommenden Jahr sollte der Konzern von der Integration von Cognis profitieren.“ BASF hatte im Juni angekündigt, die Chemiefirma Cognis aus Monheim bei Köln für rund drei Milliarden Euro zu übernehmen und orientiert sich damit stärker in Richtung Spezialchemie.

Neben Chemikalien dürfte vor allem das Kunststoffgeschäft der BASF maßgeblich zum Höhenflug beitragen. Die Sparte sei wesentlich schneller als erwartet aus der Krise gekommen und arbeite derzeit mit einer sehr, sehr guten Auslastung, sagte BASF-Vorstand Martin Brudermüller dem „Handelsblatt“. Analysten gehen bisher davon aus, dass die Sparte 2010 beim Umsatz um gut ein Drittel auf 9,5 Milliarden Euro zulegt. Brudermüller verweist darauf, dass Mega-Trends wie Mobilität, Urbanisierung und der Zwang zu höherer Energieeffizienz voraussichtlich zu einem Wachstum des Kunststoffbedarfs von jährlich fünf Prozent führen werden.

BASF-Chef Hambrecht zufolge trugen auch die Veränderungen in der Geschäftsaufstellung dazu bei, die Profitabilität zu verbessern. Der 64-Jährige ist noch bis Mai 2011 im Amt, dann löst ihn der derzeitige Finanzvorstand Kurt Bock an der Spitze des Konzerns ab.

Die Krise scheint BASF damit hinter sich gelassen zu haben. Im Jahr 2009 war der Umsatz um knapp ein Fünftel auf 50,7 Milliarden Euro eingebrochen, die Dividende war zusammengestrichen worden. Dennoch warnte Vorstandschef Hambrecht längerfristig vor einer „Reihe von Unsicherheiten“. „Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich die wirtschaftliche Dynamik der vergangenen Monate in 2011 unverändert fortsetzen wird“, sagte er. Die hohe Verschuldung vieler Länder bedrohe die Stabilität der Banken- und Finanzsysteme. Die weltweite Konsolidierung der staatlichen Haushalte und das Auslaufen der Konjunkturprogramme könnten zudem die Nachfrage belasten.

Die BASF mit Sitz in Ludwigshafen ist in mehr als 80 Ländern mit Gesellschaften vertreten und betreibt weltweit mehr als 380 Produktionsstandorte. Der Chemiekonzern beschäftigt rund 105 000 Menschen, knapp 49 000 davon in Deutschland. (mit HB)

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