Wirtschaft : BASF nutzt Asienkrise für Übernahmen in der Region

Chemieriese startet gut ins neue Jahr / Gewinnrekord angepeilt LUDWIGSHAFEN (rtr/AP).Der Chemiekonzern BASF nutzt die Finanzkrise in Asien zum Ausbau seiner Geschäfte in der Region.Vorstandschef Jürgen Strube sagte am Donnerstag, der Asien-Umsatz des Konzerns solle 1998 um zehn Prozent wachsen.Das Unternehmen habe die Krise zu Übernahmen in Südkorea genutzt und wolle auch neue Chancen in der Region wahrnehmen.Für 1998 sagte der Ludwigshafener Konzern einen Umsatzzuwachs mit einstelliger Rate voraus.Den Schwerpunkt legt Strube auf eine weitere Verbesserung der Rendite.1997 hatte BASF bei Gewinn und Dividende Rekordwerte erzielt. In das neue Jahr ist BASF Strube zufolge gut gestartet.Der Umsatz habe in den ersten beiden Monaten einstellig zugelegt und das Ergebnis sei erfreulich verbessert worden.1997 hatte BASF den Konzernumsatz um 14,4 Prozent auf 55,78 Mrd.DM gesteigert und damit Bayer und Hoechst überflügelt.Der Gewinn vor Steuern stieg um 20,8 Prozent auf 5,33 Mrd.DM und lag damit ebenso auf Rekordniveau wie der Gewinn nach Steuern mit 3,24 Mrd.DM.Auch bei der Dividende überholte BASF die beiden großen deutschen Konkurrenten und schüttet zwei DM je Anteil aus.Die Gesamtkapitalrendite will BASF 1998 und in den Folgejahren von 12,6 Prozent auf mindestens 13 Prozent erhöhen. Während der Konkurrent Hoechst vor kurzem aufgrund der Asienkrise ein schwieriges Jahr 1998 voraussagte, hält Strube an seinen, wie er sagte, "ehrgeizigen" Zielen fest.Sie seien realistisch und auf profitables Wachstum ausgerichtet.In den nächsten fünf Jahren will BASF in der Region Asien/Pazifik zwischen zehn und zwölf Mrd.DM investieren.Bisher habe man keine größeren Ausfälle in Asien hinnehmen müssen, auch wenn der Konzern im Abschluß für 1997 Rückstellungen für Asien-Risiken von 226 Mill.DM gebildet habe.Die ersten beiden Monate 1998 seien gut gelaufen. Ertragswachstum im laufenden Jahr erwartet Strube in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, bei Kunststoffen und Fasern sowie bei Veredelungsprodukten.Der Pharma-Bereich mit der Tochter Knoll werde 1998 einen "anständigen" Gewinn erzielen.Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie für die Einführung neuer Arzneimittel und Belastungen aus einem Rechtsstreit in den USA hatten im Vorjahr einen nicht näher bezifferten Verlust eingebracht.An einen Verkauf von Knoll denke Strube ebensowenig wie an eine größere Übernahme in diesem Bereich.Vor allem mit vielen neuen Produkten soll der Pharma-Umsatz wachsen.Bis zum Jahr 2000 seien fünf Mrd.DM erreichbar und in den Jahren danach auch sieben Mrd.DM möglich - verglichen mit 3,5 Mrd.DM 1997.Auch bei Pflanzenschutzmitteln plant BASF eine Offensive mit neuen Produkten. Seine Belegschaft baute BASF 1997 um 0,6 Prozent auf weltweit 104 979 Mitarbeiter ab.Zur Entwicklung 1998 wollte sich Strube nicht äußern und verwies auf die Betriebsvereinbarung zum Standort Ludwigshafen, wonach bis Ende 2000 die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse 39 000 bis 41 000 betragen soll.Das wären bis zu 6000 weniger als heute. Von den Aktionären will sich der Chemiekonzern auf der Hauptversammlung am 19.Mai vorsorglich den Rückkauf eigener Aktien und die Umstellung der Fünf-Mark-Aktien auf nennwertlose Stückaktien genehmigen lassen.Ein Gang an die New Yorker Aktienbörse stehe in diesem Jahr noch nicht an, so das Unternehmen, da die Verhandlungen von BASF mit der US-Wertpapieraufsicht über die Bilanzierungsmethode noch nicht abgeschlossen seien.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben