Wirtschaft : BAUER SUCHT GELD

Getreide, Milch, Zucker, Rindfleisch, Obst, Gemüse, Schaf- und Ziegenfleisch, Tabak, Wein, Fisch, Flachs, Hanf, Eier, Geflügel, Saatgut, Hopfen, Trockenfutter – für diese Produkte gelten die Regeln der Marktwirtschaft nur begrenzt. Außer Kraft gesetzt werden sie von der Europäischen Union, die massiv in die Preise eingreift und damit die Bauern stützt. Die Landwirtschaft zählt damit zu den Branchen, die dem Staat am stärksten auf der Tasche liegen. Rund sechs Milliarden Euro fließen pro Jahr allein an die deutschen Bauern – und ihre Abnehmer. Denn die größten Subventionsempfänger sind Unternehmen wie etwa die Südzucker AG, die 2004/2005 auf 82 Millionen Euro aus Brüssel kam. Doch nur mit den Zahlungen an die teuer produzierenden Landwirte und ihre Kunden haben viele Produkte aus Europa auf dem Weltmarkt überhaupt eine Chance. Das bremst zugleich die Entwicklung armer Bauern in Entwicklungsländern, deren Existenz durch die Subventionen der reichen Länder gefährdet wird. Eine Reduzierung ist allerdings höchst heikel. „Probieren Sie das mal in Europa, das wird ein heißer Tanz“, sagt Alfred Boss, Subventionsexperte vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Doch auch die Bundesrepublik steckt den Bauern etwas zu – gut 1,6 Milliarden Euro dürften es 2009 gewesen sein. Darunter sind viele kleine Posten, etwa der steuerbegünstigte Bau eines selbst genutzten Hauses auf dem Hof, aber auch die Absatzförderung für den Agrar-Alkohol kleiner Betriebe, die mit 80 Millionen Euro zu Buche schlägt. brö

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