Wirtschaft : Bayer und BASF auf Rekordjagd

Nach Gewinnsteigerung wird Dividende erhöht / Novartis meldet Ertragssprung nach Fusion DÜSSERLDORF (HB/Tsp).Die beiden großen deutschen Chemiekonzerne BASF und Bayer sowie der neugebildete schweizerische Konzern Novatis haben am Dienstag ihre Ergebnisse vorgelegt, die sich in allen drei Fällen sehen lassen können.Die BASF AG, Ludwigshafen, vermeldete ein Rekordergebnis von 5,33 (Vorjahr 4,41) Mrd.DM Gewinn vor Steuern.Wie der Vorstand nach der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats weiter mitteilte, stieg der Umsatz um gut 14 Prozent auf 55,8 (44,8) Mrd.DM.Die Umsatzrendite von wiederum knapp zehn Prozent gilt bei der Grundchemie-Dominanz im BASF-Portfolio als beachtlich.Die Dividende soll um 0,30 DM auf zwei DM angehoben werden.Dabei spiegelt die Erhöhung ziemlich genau die Steigerung des Konzernjahresüberschusses von 2,8 Mrd.auf 3,2 Mrd.DM wieder.Auch die BASF AG legte im Vergleich zum Vorjahr gute Zahlen vor.Die Umsatzerlöse wurden um 14,2 Prozent auf 23,5 (20,6) Mrd.DM gesteigert.Dabei stieg der AG-Inlandsumsatz um 11,7 Prozent auf 7,0 (6,3) Mrd.DM.Der Export legte um 15,3 Prozent auf 16,5 (14,3) Mrd.DM zu.Der Jahresüberschuß erhöhte sich in der AG von 738 (514) Mill.DM nur um 8,4 Prozent auf 1,8 (1,7) Mrd.DM eine Folge der im Auslandsvergleich deutlich höheren Steuerlast.Die Bayer AG, Leverkusen, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Erwartungen deutlich übertroffen."1997 war für unser Unternehmen ein außergewöhnliches Wachstumsjahr," erklärte Vorstandsvorsitzender Manfred Schneider.Mit einem Umsatzplus von 6,4 Mrd.DM auf 55 Mrd.DM sei die eigene Planung deutlich übertroffen worden.Noch niemals zuvor sei der Konzern in einem Jahr so stark expandiert.Der gelungene Start in das neue Jahr stimmt Schneider weiter optimistisch.1998 will der Konzern Umsatz und Gewinn um mindestens vier Prozent erhöhen.Das operative Ergebnis konnte zuletzt um 20 Prozent auf den Rekordwert von 5,4 Mrd.DM gesteigert werden.Die operative Umsatzrendite belief sich auf zehn Prozent.Der Gewinn vor Ertragsteuern sei um 14 Prozent auf 5,1 Mrd.DM und der Gewinn nach Steuern um sieben Prozent auf 2,9 Mrd.DM gestiegen.Der Umsatz der Bayer AG sei um 3 Prozent auf 18,7 Mrd.DM gewachsen, doch das operative Ergebnis um 15 Prozent auf 1,2 Mrd.DM zurückgegangen.Ausschlaggebend dafür sei vor allem der starke Preisdruck gewesen.Da Bayer nicht davon ausgehe, daß sich dieser Trend ändern werde, werde der Kurs der Strukturbereinigung in der AG konsequent fortgesetzt.1998 werde es daher noch einmal zu einem Personalabbau von knapp 1000 Arbeitsplätzen in Deutschland kommen.Der Gewinn vor Ertragsteuern der AG sei aufgrund der höheren Beteiligungserträge um 13 Prozent auf 2,4 Mrd.DM gestiegen.Der Baseler Life-Science-Konzern Novartis, der Ende 1996 aus der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz entstanden ist, hat seinen Aktionären offenbar nicht zuviel versprochen: Im ersten vollen Geschäftsjahr konnte er seinen Reingewinn auf 5,2 (3,6) Mrd.Franken steigern.Für 1998 kündigte der Vorsitzende der Geschäftsleitung Daniel Vasealla ein abermals zweistelliges Ertragswachstum an.Da sich die positiven Währungseffekte nicht wiederholen, wird das Umsatzwachstum allerdings abflachen.Die beiden ersten Monate bescherten der Gruppe nach Angaben Vasellas eine weiterhin dynamische Entwicklung im Agro- und Ernährungsgeschäft, während die Pharmaerlöse nur moderat zulegten.Mit einem Betriebsgewinn von fünf (3,8) Mrd.Franken und einer operativen Marge von knapp 27 Prozent ist die Sparte Gesundheit weiterhin die mit Abstand wichtigste Ertragsquelle für den Konzern.Zur Ertragssteigerung hat im vergangenen Jahr vor allem ein währungsbereinigtes Umsatzplus von elf Prozent im Arzneimittelgeschäft beigetragen, womit sich Novartis zu den am schnellsten wachsenden Pharmaunternehmen in Europa zählen kann.Zuwächse bescherten dabei bemerkenswerterweise nicht nur die jüngeren Präparate, sondern auch die beiden patentfreien Blockbuster Voltaren und Sandimmun, die zusammen knapp ein Viertel der Pharmaerlöse erwirtschaften.Mit derzeit 39 neuen Produkten in fortgeschrittener Entwicklung oder in der Zulassungsphase sieht sich der Baseler Konzern in einer Spitzenposition.Auch im Agrobereich soll die Palette im laufenden Jahr durch eine Reihe neuer Produkte erweitert werden.Einem Personalabbau von rund 9100 Stellen im Zuge der Fusion standen 2400 Neueinstellungen in anderen Bereichen gegenüber.Die Integration der beiden Unternehmen sei damit schneller vorangekommen als geplant.Der vorgesehene Personalabbau von insgesamt rund 12 000 Mitarbeiter soll bis Jahresende zu vier Fünfteln realisiert sein.nase

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