Wirtschaft : Bayerische Landesbank stellt für Asien 500 Mill.DM zurück

Dennoch um ein Drittel verbessertes Betriebsergebnis für 1997 MÜNCHEN (tmh).Im Zuge der Finanzkrise in Südostasien muß die Bayerische Landesbank für 1997 rund eine halbe Mrd.DM in ihre Risikovorsorge stecken.Das Institut sei von Krediten bis zum Wertpapiergeschäft mit gut zehn Mrd.DM in der Krisenregion engagiert, sagte der scheidende LB-Chef Franz Neubauer in München und korrigierte damit frühere Angaben von 20 Mrd.DM.Gut fünf Mrd.DM entfielen auf die eigentlichen Krisenstaaten Südkorea, Indonesien und Thailand.Davon seinen 1,8 Mrd.DM Kredite an Firmenkunden theoretisch risikobehaftet.In den 500 Mill.DM Risikovorsorge sei "genug Luft", um auch einer Verschärfung der Krise gewachsen zu sein, betonte der Banker.Bis vor kurzem hatte die Bank noch keinen großen Wertberichtigungsbedarf in Asien gesehen.Erst in einem Fall habe es konkrete Verluste gegeben, sagte Neubauer.Insgesamt betreiben die Bayern, die neben der Deutschen Bank als erstes Kreditinstitut detailierte Auskunft zur Asienkrise gaben, 1997 Risikovorsorge im Umfang von 800 Mill.DM. Heftig ins Gericht ging Neubauer mit den internationalen Rating-Agenturen, die Konzerne und Staaten nach ihrer Bonität einstufen.Die Agenturen hätten selbst bei der Einschätzung der Asienrisiken versagt und würden nun Banken herabstufen, um eigene Versäumnisse zu verdecken.Die Kritiker, die heute Bankengagements in Asien rügen, hätten oft vor wenigen Monaten noch moniert, daß deutsche Institute das dortige Geschäft verschliefen.Neubauers harsche Kritik hat konkreten Anlaß: Die Kreditbewertungsagentur Fitch ICBA hat gerade die BayernLB neben der WestLB und der Commerzbank hierzulande als am verwundbarsten durch die Asienkrise bezeichnet. Selbst die Probleme in Asien konnten nicht verhindern, daß 1997 für die Bayern zu einem Jahr mit "Prädikatsnote" wurde, kündigte Neubauer an.Vor Risikovorsorge zeichne sich im Konzern nach vorläufigen Zahlen ein um ein Drittel verbessertes Betriebsergebnis von 1,7 Mrd.DM ab.Die Dividende von zuletzt sieben Prozent werde beibehalten.Zudem lasse das Ergebnis trotz Asien genug Spielraum, um die Gewinnrücklagen mit deutlich mehr als den 350 Mill.DM des Vorjahrs zu dotieren.Die Bilanzsumme stieg 1997 vor allem konsolidierungsbedingt um ein Fünftel auf 435 Mrd.DM.

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