Wirtschaft : Bayern auf der Grünen Woche

Bocklet: Bedeutung der IGW als Nahrungsfachmesse nimmt ab

BERLIN (dw).Die Bedeutung der Internationalen Grünen Woche als Forum des Lebensmittelhandels nimmt weiter ab.Diese Ansicht vertrat Bayerns Landwirtschaftsminister Reinhold Bocklet am Mittwoch in Berlin.Auch der Versuch, die Grüne Woche zu einer Nahrungsmittelfachmesse wie die Kölner "Anuga" zu entwickeln, sei "bis jetzt gescheitert", so Bocklet.Die Position der konkurrierenden Fachmessen - wie die Cibus im italienischen Parma, Sial in Paris oder die Imega in München - sei zu stark.Bayern messe der Grünen Woche dennoch besondere Bedeutung für die Imagewerbung und als Forum der Begegnung bei.Der Beitrag der IGW zur Absatzförderung bayerischer Lebensmittel beim Endverbraucher sei nicht zu unterschätzen.Die Grüne Woche sei die wichtigste deutsche Verbrauchermesse, betonte Bocklet.Der Freistaat gebe für seine Präsentation in Halle 20 im kommenden Jahr alles in allem 230 000 DM aus: "Das ist uns die Hauptstadt und die Menschen hier wert", sagte Bocklet. Die Internationale Grüne Woche findet vom 16.bis zum 25.Januar auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm statt.Bayern will auf der Messe zusätzlich zu den traditionellen Spezialitäten wie Weißwurst, Leberkäs, Klosterbier und Frankenwein neue Schwerpunkte setzen: Dazu gehört die starke Präsenz auf der Bundessonderschau Obst und Gemüse, der "Bayernsommer" des Bayerischen Gärtnerverbandes oder Produktpräsentation ökologischer Landbau. Kritik übte Bocklet an der Agrar-Reform Agenda 2000 der EU-Kommission.Wenn es schon zu Preissenkungen komme, müßten diese durch direkte Lohnzuschüsse "in vollem Umfang ausgeglichen werden." Bei den Verhandlungen über individuelle Obergrenzen müßten sich die ost- und westdeutschen Länder auf eine Stimme einigen: "Es ist wenig hilfreich, wenn die neuen Länder Details der Agenda instrumentalisieren, um Grundsatzbeschlüsse der Agrarministerkonferenz scheitern zu lassen", kritisierte Bocklet.Die Westländer hingegen hätten sich auf der Agrarministerkonferenz redlich bemüht, das von den neuen Ländern eingebrachte Thema der Obergrenzen zu entschärfen und Kompromisse anzubieten. Im Zuge der EU-Agrarreform war es zu Konflikten zwischen ost- und westdeutschen Ländern gekommen.Während die ostdeutschen Agrarbetriebe ein Ausgleichssystem fordern, daß ihre großflächigen Höfe favorisiert, wollen die west-deutschen Agrarpolitiker vor allem den kleinen bäuerlichen Familienbetrieb schützen.

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