Wirtschaft : BDI-Chef Henkel drängt auf rasche Privatisierung - bundesweit 100 000 Kandidaten

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Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, hat sich für einen beschleunigten Privatisierungskurs ausgesprochen. Zum Auftakt des diesjährigen Logistik-Kongresses betonte Henkel am Mittwoch in Berlin, es sei nicht einzusehen, warum Flughäfen oder Messegesellschaften in öffentlicher Regie betrieben würden. Bundesweit könnten rund 100 000 Betriebe privatisiert und die Erlöse dem Bunvdesverkehrswegeplan zur Verfügung gestellt werden. Zum Tauziehen um den geplanten Großflughafen in Schönefeld erklärte Henkel: "Wenn das so weiter geht, läuft das an Berlin vorbei". Vor allem müsse das Gerede über Tempelhof und Tegel endlich aufhören. Es sei doch klar, dass sich kein privater Investor für Schönefeld finde, wenn die beiden anderen Stadtflughäfen nicht auf Dauer geschlossen würden. Zum Transrapid sagte der BDI-Präsident, es sei zu hoffen, dass der Bund die nötigen Mittel auftreibe. Es könne nicht sein, dass die Industrie den Schwarzen Peter bekomme, weil sie nicht bereit sei, mehr zu bezahlen. Laut Koalitionsvertrag darf der staatliche Beitrag für den Streckenbau Berlin-Hamburg 6,1 Milliarden Mark nicht überschreiten. Grundsätzlich kritisierte Henkel, dass die Bundesregierung entgegen ihrer Koalitionsaussagen dem Aufbau einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur keine Priorität einräume. So werde der Straßenverkehr beispielsweise mit 80 bis 100 Milliarden Mark belastet, während nur 35 Milliarden investiert würden. Der diesjährige Preis der Bundesvereinigung Logistik wird für die Baulogistik im Berliner Regierungsviertel und am Potsdamer Platz verliehen. Ein Preis für außerordentliche logistische Leistungen erhielt die Rhenus Baulogistik GmbH in Berlin.

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