Wirtschaft : BDI-Präsident Thumann wird trotz unglücklicher Fusionspolitik wiedergewählt

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Berlin - Mit einem erstaunlich guten Ergebnis ist BDI-Präsident Jürgen Thumann am Montag wiedergewählt worden. In geheimer Wahl votierten 156 der 162 BDI-Mitglieder für Thumann; es gab sechs Enthaltungen und keine Gegenstimmen. Damit war nach dem Ballyhoo der letzten Wochen nicht zu rechnen: Auf der Suche nach einem Kooperations- oder sogar Fusionspartner hatte Thumann erst mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) und dann mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) angebandelt. Am Ende stand dann doch ein Abkommen mit der BDA, das im Kern eine verbesserte Abstimmung und die Repräsentanz beider Spitzenverbände durch eine Person vorsieht.

Im ersten Jahr, also 2007, wird BDA-Präsident Dieter Hundt diese Position wahrnehmen. Kurz vor Beginn der BDI-Mitgliederversammlung hatte Hundt am Montag für Irritationen beim BDI gesorgt, als er in einem Interview eine weitergehende Zusammenarbeit oder gar Fusion der beiden Verbände in die Ferne rückte. „Was im Verlauf der nächsten zwei, drei, fünf Jahre oder wann auch immer daraus werden wird, vermag ich und überhaupt niemand vorauszusagen“.

Thumann ist seit 2005 BDI-Präsident und wurde nun für weitere zwei Jahre gewählt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung forderte er am Montag die Regierung auf, einen „temporeichen, investitionsfreundlichen und dynamischen Reformkurs“ zu fahren. Die große Koalition habe den ihr von der Wirtschaft und der Bevölkerung „geschenkten Vertrauensvorschuss nahezu aufgebraucht“. Bei der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft und beim G-8-Vorsitz sichert Thumann der Regierung Unterstützung zu.

Zur Zusammenarbeit mit der BDA sagte er, „unser Ziel ist, die Schlagkraft der Interessenvertretung unserer Mitglieder durch ein verstärktes Zusammenwirken zu erhöhen“. Die Nachfolge des BDI- Hauptgeschäftsführers Ludolf von Wartenberg, der Ende des Jahres ausscheidet, blieb auch am Montag offen. alf

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