Wirtschaft : Beamtenbund und BHW haben sich verspekuliert

Der milliardenschwere Verkauf von BHW-Aktien ist geplatzt. Der Finanzdienstleister BHW Holding AG in Hameln und die Beteiligungsgesellschaft des Deutschen Beamtenbundes (DBB) sagten am Freitag die Platzierung von bis zu 32,5 Prozent des Grundkapitals vor allem aus DBB-Besitz ab. Der zu erzielende Preis sei zu gering und werde der Aktiensubstanz "in keiner Weise gerecht", hieß es.

BHW-Sprecher Norbert Esser sagte, die Aktien würden bei verbesserter Marktlage erneut angeboten. "Unser Ziel bleibt ein größerer Freefloat." Auch DBB-Sprecher Frank Zitka sagte, das langfristige Konzept, das Vermögen des Beamtenbundes breiter zu streuen, bestehe weiter. Der BHW-Kurs zog um bis zu 25 Prozent auf mehr als 23 Euro an und näherte sich damit dem Niveau vor Bekanntgabe der Verkaufspläne Mitte Januar. Am Donnerstag war der Kurs zeitweise unter 19 Euro gefallen.

Offenbar hatten institutionelle Investoren nicht das nötige Interesse gezeigt. Dagegen hätten Privatanleger rund ein Drittel der angebotenen Aktien gezeichnet und sich stärker als erwartet engagiert. Verkauft werden sollten 27,5 Prozent aus dem Bestand des DBB und fünf Prozent von BHW selber.

Mit dem Rückzug ist eine der größten Aktienplatzierungen der vergangenen zwölf Monate gescheitert. Gleichzeitig hat sich vor allem der DBB verspekuliert. Der Beamtenbund wollte zwar sein Vermögen bereits seit einiger Zeit breiter streuen, aber steuerfrei lassen sich die Unternehmensanteile erst ab Anfang 2002 zu Geld machen. BHW-Chef Reinhard Wagner wollte den Erlös als "Akquisitionswährung" nutzen, da Käufe nicht mehr so leicht mit Aktien zu tätigen seien. Daraus wird erst mal nichts.

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