Wirtschaft : Behinderte und Alte als Mobbing-Opfer

DÜSSELDORF (ADN).Mobbing nimmt nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Deutschland immer mehr zu.Insbesondere Behinderte, alleinerziehende Frauen und Arbeitnehmer ab 50 Jahre seien Opfer vom Mobbing, sagte der zuständige Referatsleiter beim DGB-Bundesvorstand, Udo Hanselmann, am Wochenende in Düsseldorf.Auffällig sei das Problem, wenn in einem Unternehmen ein Umbruch stattgefunden habe und ein jüngeres Management zum Zuge komme.Generell finde Mobbing vor allem in Büros und weniger im gewerblichen Bereich statt."Hier herrscht oft ein rauher, aber herzlicher Umgangston", stellte Hanselmann fest.Ingesamt fehlten empirische Untersuchungen, jedoch zeige der Trend nach oben.Der DGB in Sachsen hatte kürzlich eine Studie vorgestellt, wonach in dem Freistaat 18 Prozent der weiblichen und 15 Prozent der männlichen Arbeitnehmer regelmäßig vom Mobbing betroffen sind.Meist bestehe ein Zusammenhang mit dem Kampf um Arbeitsplätze.Ziel der Mobbenden sei es fast immer, psychischen Druck auszuüben, um das Opfer vom Arbeitsplatz zu entfernen.

Wichtig sei, daß Mobbing auch als solches erkannt werde, betonte der Gewerkschafter.Wer sich gemobbt fühle, sollte über längere Zeit Tagebuch mit möglicherweise widersprüchlichen Anweisungen führen, da es für die Betroffenen häufig schwierig sei, ihre Situation zu beweisen.Wenn Gespräche unter Hinzuziehung von Betriebs- oder Personalrat nichts bringen, können sich Gemobbte an die Beratungsstellen der Gewerkschaften oder Selbsthilfegruppen wenden.

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