Wirtschaft : Bei 4000 Punkten war Schluss

Der Deutsche Aktienindex konnte im April die wichtige Marke nicht halten – Gewinne gab es trotzdem

Veronika Csizi

Am Ende hatte der Dax den Kampf verloren. Einen Monat lang rang der Deutsche Aktien-Index immer wieder um die Marke von 4000 Punkten. Selbst zwischenzeitliche Höhenflüge in die Nähe des alten Zweijahreshochs von 4175 Punkten wurden zuletzt wieder ausgebremst. In den Mai geht er nun wieder mit 3985 Zählern. Trotzdem blieb damit ein Plus von 129 Punkten binnen vier Wochen (siehe Überblick, Seite 25).

Noch in der vergangenen Woche hatte vor allem Daimler–Chrysler für neue Kauf-Impulse gesorgt. Die überraschende Ankündigung von Konzernchef Jürgen Schrempp, der maroden japanischen Beteiligung Mitsubishi milliardenschwere Finanzspritzen zu verweigern, hatte die Aktie bei sehr hohen Umsätzen bis knapp an die 40 Euro katapultiert – und den Dax über 4100 Punkte gehievt. Sehr schwache Quartalszahlen der Hypo-Vereinsbank, die mit minus 9,2 Prozent im April den vorletzten Platz im Dax einnimmt, neuerliche Zinsängste und wohl vor allem der bevorstehende Anleger-Angstmonat Mai genügten jedoch als neuerliche Kaufbremse. Am Ende blieb Daimler-Chrysler noch ein Monatsplus von zehn Prozent auf gut 37,39 Euro, womit das Papier zu den fünf stärksten Dax-Aktien im April gehörte.

Überhaupt zeigte der Automobilsektor Stärke. Zudem schaffte der Zulieferer Continental es auf Platz drei mit einem Plus von knapp 13 Prozent. Er profitierte damit von einer positiven Analystenstudie aus dem Haus Lehman Brothers, aber auch von äußerst optimistischen Zahlen und Prognosen der US-Autobauer Ford und General Motors. Auch BMW registrierte, ablesbar an Absatz wie Auftragseingängen, eine stärkere Nachfrage und zog damit neue Käufer mit ins Boot. 8,7 Prozent Plus stehen in der April-Bilanz.Volkswagen dagegen schaffte nur einen Platz im Mittelfeld mit einem Kursaufschlag von 3,4 Prozent. Nachdem schwache Verkäufe in den USA und vor allem hohe Anlaufkosten für neue Modelle den Gewinn im ersten Quartal nahezu halbiert haben, ist Europas größter Autobauer indes für das laufende zweite Quartal optimistisch.

Ladenhüter High-Tech

Nicht in Kursgewinne umgesetzt wurden ermutigende Zahlen aus der US-High-Tech- und Internet-Branche, unter anderem von AMD, Yahoo, Dell, Apple und Texas Instruments. Vor allem Halbleiter-Hersteller Infineon machte den Anlegern, nach einem anfänglichem Höhenrausch bis auf 13 Euro, wenig Freude – und das, obwohl das Unternehmen bei Umsatz wie Gewinn die Erwartungen der Analysten deutlich getoppt hat. So blieben statt, wie erwartet, 18 bis 44 Millionen Euro Gewinn (vor Zinsen und Steuern) 71 Millionen in den Infineon-Kassen, was die Anleger indes nicht an Verkäufen hinderte. Mit gut zehn Prozent Monatsminus war der Chiphersteller damit der schwächste Wert im April. Siemens dagegen verfehlte die Erwartungen der Experten, beendete den Monat aber trotzdem nahezu unverändert.

Insgesamt haben sich die deutschen Blue Chips im April damit von negativen Vorgaben aus den USA leicht abkoppeln können. Denn mit Dow Jones, dem breiten S & P 500, dem Nasdaq Composite und dem Nasdaq 100 beendeten alle großen Börsenbarometer den abgelaufenen Monat im Minus. Vor allem die High-Techs – der Nasdaq Composite bröckelte um knapp vier Prozent – litten unter immer wieder aufkeimenden Ängsten, die US-Notenbank könne angesichts starker Unternehmens- wie auch Konjunkturzahlen früher als geplant die Zinszügel wieder anziehen.

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