Wirtschaft : Bei Infineon sprechen die Gegner wieder

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München Der Chiphersteller Infineon und die IG Metall haben am Mittwoch wieder Gespräche über die Zukunft des Münchener Stammwerkes mit 800 Beschäftigten aufgenommen. Gleichzeitig kritisierten Konzern und Gewerkschaft das Verhalten der Gegenseite bei dem seit Montag andauernden Streik scharf. An dem Gespräch sollten erstmals auch Konzernchef Wolfgang Ziebart und der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) teilnehmen. „Wir haben von Anfang an eine konstruktive Einigung angestrebt und begrüßen, dass die IG Metall ihre Blockadehaltung jetzt aufgibt“, sagte der zuständige Chef der Automobilsparte, Reinhard Ploss. Er gehe von einer konstruktiven Atmosphäre aus.

Die IG Metall macht sich dagegen keine großen Hoffnungen auf einen schnellen Verhandlungserfolg. „Ich bin nicht sehr zuversichtlich, weil noch keine Signale angekommen sind, dass sich Infineon bewegen will“, sagte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer. Sollte das Treffen ergebnislos bleiben, wollen die Arbeitnehmer weiter streiken. Die IG Metall will einen Sozialtarifvertrag mit Abfindungen von drei Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr und eine Beschäftigungsgesellschaft über fünf Jahre durchsetzen. Das bisherige Angebot von Infineon liegt weit unter diesen Forderungen.

Beide Seiten haben sich unterdessen „bürgerkriegsähnliche Zustände“ auf dem Werksgelände in München vorgeworfen. Die IG Metall kündigte an, gegen die von Infineon erwirkte einstweilige Verfügung Beschwerde einzulegen. Die Verfügung ermöglicht arbeitswilligen Mitarbeitern den freien Zugang zu dem Werk. nic

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