Wirtschaft : Bergmann: 1500 Lehrstellen zuwenig

In Berlin bilden nur 21 Prozent aller Betriebe aus / Lehrstellenmangel in ganz Deutschland BERLIN (kö).Ende 1997 gab es in Berlin 60 004 Ausbildungsplätze.Dies bedeutet zwar einen Zuwachs um 1855 Ausbildungsplätzen gegenüber dem Vorjahr.Dennoch blieben bis Ende 1997 etwa 1500 Jugendliche in Berlin ohne einen Ausbildungsplatz, erklärte die Senatorin für Arbeit, Christine Bergmann, am Mittwoch in ihrer Bilanz für das Ausbildungsjahr 1997."Die Situation ist sehr unbefriedigend.Zu viele Jugendliche waren am Jahresende noch unversorgt oder haben statt einer Berufsausbildung eine berufsvorbereitende Maßnahme begonnen.Die Sonderprogramme der öffentlichen Hand wurden im Vergleich zu 1996 weiter ausgeweitet", so Bergmann.Die Senatorin verweist darauf, daß die Wirtschaft trotz "massiver staatlicher Förderung" auch 1997 bei weitem nicht genug betriebliche Ausbildungsplätze bereitgestellt hat."Der Staat mußte wieder die Ausbildungsplatzlücke schließen, um die jungen Menschen nicht ohne Berufsperspektive und damit ohne Zukunft zu lassen", so die Senatorin.Der Mangel an betrieblichen Ausbildungsstellen sei bereits seit Jahren erschreckend.In Berlin bildeten nur noch 21 Prozent aller Betriebe aus.Knapp 63 Prozent aller Ausbildungsplätze seien aus öffentlichen Mitteln teil- oder vollfinanziert."Alleine in Berlin investiert der Staat in die berufliche Bildung etwa 100 Mill.DM", erklärte Bergmann.Für 1998 werden rund 35 700 Schulabgänger erwartet, etwa 1200 mehr als im Jahr 1997. Im Dezember 1997 fehlten laut Angaben der Bundesanstalt für Arbeit bundesweit 131 859 betriebliche Ausbildungsplätze."Für nächstes Jahr erwarten wir für Deutschland ein Defizit von 247 000 Ausbildungsplätzen," sagte Thomas Ressel von der IG Metall gegenüber dem Tagesspiegel."In Ostdeutschland befinden sich 80 Prozent der Auszubildenden in überbetrieblichen Ausbildungsplätzen.Dies führt zur Aushöhlung des Dualen Systems", so Ressel.

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