Wirtschaft : Bericht der Wirtschaftsforschung: Osteinkommen hinken dem Westen hinterher

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Die Kluft zwischen den Einkommen der privaten Haushalte in Ost- und Westdeutschland wird eher größer denn kleiner. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem aktuellen Monatsbericht. Nach Berechnungen der Wissenschaftler erreichten die verfügbaren Einkommen in Ostdeutschland Ende der 90er Jahre etwa 80 Prozent des westdeutschen Niveaus, kaufkraftbereinigt sogar 85 Prozent. Ermöglicht wurde dies allerdings durch die anhaltend hohen Transferzahlungen. Die tatsächlichen Einkommen aus selbstständiger oder unselbstständiger Arbeit sowie aus Kapitalanlagen hingegen erreichten mit durchschnittlich knapp 31 000 Mark nur 70 Prozent des Westniveaus von 44 200 Mark - und hätten sich zudem seit 1994 kaum verändert. Mit einer Trendwende sei angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums und der anhaltend ungünstigen Arbeitsmarktsituation nicht zu rechnen.

Mit ein Grund für die Entwicklung waren auch die wesentlich höheren Einkünfte aus Kapitalanlagen. Mit 7300 Mark steuerten sie im Westen bereits 17 Prozent zum Einkommen bei, im Osten waren es 3300 Mark. Zugleich ist die Einkommensspreizung in Ostdeutschland größer. Besserverdienende erwirtschafteten hier das Achtfache des Einkommens der Geringverdiener, im Westen nur vier Mal soviel.

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