BERLIN, aber oho : Extratapete

Für Matthias Gerber sind Tapeten wie Leinwände. Jedes Jahr produziert er eine neue Kollektion.

Ulrich Goll
Matthias Gerber
Matthias GerberFoto: Ulrich Goll

Chef: Matthias Gerber (38)
Branche: Einzelhandel
Mitarbeiter: 4
Gründungsjahr: 2003
Firmensitz: Kreuzberg

Für Matthias Gerber sind Tapeten wie Leinwände: „Sie sind für mich ein Mittel zum Zweck“, sagt er. Der Grafikdesigner produziert fast jedes Jahr eine neue Tapetenkollektion. Die letzte trägt den Titel „Raster“. Sie umfasst 22 Motive mit verschiedenen Linien-, Karo-, Kreis- und Streifenmustern. Neben dem Verkauf seiner eigenen Kollektionen druckt Gerber auch im Auftrag. Künstler und Architekten sind die Hauptkunden seines Geschäfts Extratapete am Moritzplatz: „Wir bereiten ihre Entwürfe für den Druck vor und beraten sie näher bei der Materialauswahl“, sagt er. Der Unternehmer verwendet nur Vliestapeten. Denn beim Auszug braucht es zum Entfernen nur Wasser. Getrocknet lassen sie sich erneut verwenden. Den Tapetentyp gibt es mit matter oder glänzender Oberfläche und in kratzfesten Materialien, die gerade bei Ladenbesitzern beliebt sind. Seine Leidenschaft für die Tapete entdeckte Gerber zufällig. Ursprünglich betrieb er mit einer Kollegin ein Grafikbüro. Beide entwarfen Muster ohne Ziel: „Wir überlegten, was wir mit ihnen bloß machen könnten. Dann kamen wir auf die Idee, sie einmal auf Tapeten drucken zu lassen.“ Bis heute reizt ihn an seinem Beruf die Möglichkeit, große Flächen zu gestalten, die sonst meist weiß bleiben.


Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags im Tagesspiegel vor.

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