BERLIN, aber oho : Imago 1:1

In der Serie "Berlin, aber oho" stellen wir die Kleinunternehmer der Stadt vor. Heute: Susanna Kraus, die Menschen mit einer begehbaren Kamera fotografiert.

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Wer die Imago 1:1 betritt, begegnet sich neu. Denn in der begehbaren Kamera zeigt ein Spiegel die Gäste seitenrichtig, also so, wie uns unsere Mitmenschen sehen, und nicht seitenverkehrt wie im Spiegel. Die Imago schießt größengetreue Schwarz-Weiss-Fotografien, die auf speziellem Fotopapier belichtet werden. Es gibt kein Negativ, das Foto ist ein Unikat. Je nach Format kostet ein Porträt 190 oder 370 Euro. Der Vater von Geschäftsführerin Susanna Kraus hat die Kamera in den 70ern mit einem Freund erfunden. Als die Firma, die das Fotopapier lieferte, die Produktion einstellte, geriet die Imago 1:1 am damaligen Standort Wien in Vergessenheit. Dann entschied Susanna Kraus, die 1,5 Tonnen schwere Kamera wiederzubeleben. Dafür musste sie erst die Firma Ilford Switzerland überzeugen, das Papier neu herzustellen. Weil der tonnenschwere Koloss nicht mehr reisen soll, baut Susanna Kraus jetzt eine kleine Schwester, die Imagophotour. Mit maximal 300 Kilo wird sie ein Leichtgewicht. „Wir hatten gerade einen Physiker aus Los Angeles und einen Fototechniker aus Wien hier“, sagt Kraus. Im Herbst geht die Imagophotour zum ersten Einsatz nach Nordrhein-Westfalen. Derweil hält die Imago 1:1 am Moritzplatz die Stellung.

Susanna Kraus
Susanna KrausFoto: Annegret Kohlmayer

Chefin: Susanna Kraus
Branche: Fotografie
Mitarbeiter: drei freie
Gründungsjahr: 2009
Firmensitz: Kreuzberg

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