Wirtschaft : Berlin dekoriert sein Schaufenster

Modellstadt für Elektromobilität und Effizienz.

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Testfamilie.
Testfamilie.Foto: dpa

Berlin - Berlin will sich im kommenden Jahr als Modellstadt der Elektromobilität und der effizienten Nutzung erneuerbarer Energien präsentieren. Der rot- schwarze Senat beschloss am Dienstag die Details der Bewerbung Berlins für den bundesweiten Förderwettbewerb „Schaufenster Elektromobilität“. Ein Highlight der „grünen“ Hauptstadt dürfte ein Energieeffizienzhaus sein, in das eine Familie aus Prenzlauer Berg einzieht.

Im Rahmen des Förderwettbewerbs sollen bis zu 100 Millionen Euro in den Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die Forschung und die Umrüstung des öffentlichen Fuhrparks auf schadstoffärmere Technik fließen, beschloss der Senat am Dienstag. In der dreijährigen Schaufenster-Phase will Berlin bis zu 25 Millionen Euro für die Entwicklung neuer Technologien und den Ausbau der Infrastruktur zahlen, vom Bund wird der gleiche Anteil erwartet, private Partner wie Vattenfall, Siemens und mehrere Autokonzerne sollen bis zu 50 Millionen Euro beisteuern. Konkret ist für Berlin unter anderem geplant, die Zahl der 110 Ladestellen für Elektroautos auf 800 zu erhöhen. Laut Senat könnten durch das Programm insgesamt 2000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der Bund stellt für das „Schaufenster“- Programm insgesamt 180 Millionen Euro für bis zu fünf Regionen bereit, in denen drei Jahre lang Innovationen gefördert werden. Die Finanzierung ist Teil des „Regierungsprogramms Elektromobilität“, zu dem auch Steuererleichterungen für E-Autos zählen. Sie sollen künftig zehn statt bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden, wie aus einem am Dienstag bekanntgewordenen Referentenentwurf des Finanzministeriums hervorgeht.

Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) zeigten sich zuversichtlich, dass Berlin sich gegen die rund 40 Konkurrenten im Kampf um Fördermittel durchsetzen kann.

In Charlottenburg beginnt ab März 2012 die Testphase für das Berliner Energieeffizienzhaus Plus. Am Dienstag stellte Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) die vierköpfige Familie Welke-Wiechers aus Prenzlauer Berg vor, die das Modellhaus in der Fasanenstraße 87 für insgesamt 15 Monate bewohnen will. Sie war unter 132 Bewerbern ausgelost worden. Das Haus produziert laut Bundesregierung doppelt so viel Energie wie es verbraucht. Dieser Strom soll am Haus Elektrofahrzeuge speisen. Bis die Berliner Testfamilie einzieht, kann das Gebäude besichtigt werden.Lars von Törne

Mehr Informationen online unter www.bmvbs.de/effizienzhausplus

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