Wirtschaft : Berliner Bank gewinnt Kunden

Stefan Kaiser

Berlin - Die Berliner Bank hat den Wechsel zur Deutschen Bank nach eigenen Angaben erfolgreich bewältigt. Der Übergang habe „optimal geklappt“, sagte der neue Chef der Berliner Bank, Oliver Bortz, am Dienstag bei der Präsentation des neuen Vorstands. Mehr als 99 Prozent der Kunden seien mit der Bank zum neuen Eigentümer gewechselt, sagte Bortz, der bisher für die Deutsche Bank die Region Ostsee-Lübeck betreut hatte.

„Wir haben im vergangenen Jahr 26 000 Neukunden gewonnen“, erklärte Frank Gilly, Leiter des Privatkundengeschäfts. Gerade im November und Dezember habe man ein „erfreuliches Wachstum“ verzeichnet. 2007 sollen sogar 28 000 Neukunden hinzukommen.

Die Deutsche Bank hatte die Berliner Bank mit ihren 320 000 Kunden und 1140 Mitarbeitern im vergangenen Sommer für 680,5 Millionen Euro von der Landesbank Berlin (LBB) übernommen, die damals noch Bankgesellschaft Berlin hieß. Bortz bestätigte, dass der Kaufpreis ein „vorläufiger Preis“ sei, der nach Erstellung der Abschluss-Bilanz für das Jahr 2006 noch einmal bewertet werden müsse. „Wir gehen aber davon aus, dass wir das bezahlt haben, wozu wir verpflichtet waren.“ Die LBB hatte im November ihre Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2006 um 100 Millionen Euro erhöht, unter anderem weil sie höhere Sondererlöse aus dem Verkauf der Berliner Bank erwartet.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat der Berliner Bank hohe Renditeziele gesetzt. Bis 2010 soll sie ihren Jahresgewinn auf rund 75 Millionen Euro steigern. Im Jahr 2005 verdiente sie Schätzungen zufolge gerade einmal 30 Millionen Euro. Offizielle Zahlen gibt es nicht. „Wir lassen uns messen an dem, was erwartet wird“, sagte Bortz. Um das Ziel zu erreichen, wolle man künftig vor allem die Bereiche Vermögensaufbau und Vermögensanlage sowie das Firmenkundengeschäft ausbauen. Eine Expansion über Berlin hinaus sei vorerst nicht geplant. „Wir wollen uns auf Berlin konzentrieren“, sagte Bortz. Trotzdem denke man über Möglichkeiten nach, neue Märkte zu gewinnen.

Bisher ist die Berliner Bank vor allem im Westen Berlins vertreten, wo sie mehr als 40 ihrer insgesamt 60 Filialen unterhält. „Wir sind im Westteil richtig stark“, sagte Gilly. Die Bank wolle aber auch im Ostteil der Stadt wachsen. Als Kunden peile sie vor allem die „bürgerliche Mitte“ an, sagte Gilly.

Für die bisherigen Kunden der Berliner Bank hat sich vor allem zweierlei geändert: Seit 1. Januar können sie in ganz Deutschland an rund 7000 Geldautomaten der Cash Group gebührenfrei Geld abheben. Zur Cash Group gehören neben der Deutschen Bank auch die Dresdner Bank, die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank und die Postbank. Im Gegenzug bekommen die Kunden aber nicht mehr wie gewohnt gebührenfrei Geld aus den Automaten der Berliner Sparkasse.

Auch die Kreditkarten, die die Berliner Bank bundesweit über den ADAC vertrieben hatte, werden nicht weitergeführt. „Das Kartengeschäft ist nicht Teil der Transaktion“, sagte Vorstandsmitglied Joachim von Plotho. Es sei bei der Berliner Sparkasse verblieben und werde von dort weitergeführt.

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