Wirtschaft : Berliner CNH-Beschäftigte blockieren ihr Werk

Belegschaft will Abtransport von Maschinen verhindern – Management ruft Polizei zu Hilfe

Carsten Brönstrup

Berlin - Der Konflikt zwischen Management und Belegschaft im Berliner Werk des Baumaschinenkonzerns CNH hat sich am Mittwoch zugespitzt. Arbeiter blockierten das Werkstor, um den Abtransport bereits produzierter Maschinen per Lastwagen zu verhindern. Daraufhin erschienen rund 30 Polizisten, die wieder für einen freien Zugang sorgen sollten. Geräumt wurde die Zufahrt jedoch auch danach nicht.

Seit dem 21. Februar streiken die CNH-Beschäftigten, weil sie die Schließung des Werkes in Spandau verhindern wollen. Das würde den Wegfall von 400 der 500 Arbeitsplätze bedeuten. Die Firmenzentrale der Fiat-Tochter in Turin plant, Ende Juni die Produktion von Baggern in Berlin einzustellen und nach Italien zu verlagern. Die IG Metall verlangt einen Sozialtarifvertrag, zudem droht der Senat damit, in den vergangenen Jahren gezahlte Subventionen zurückzufordern.

Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich noch rund 180 Maschinen auf dem CNH-Werkshof. Per Tieflader hätten sie weggeschafft werden sollen. Mehrere Arbeiter verstellten am Mittwoch daraufhin mit ihren Privatautos die Zufahrt. Nach Aufforderung durch die Polizei wurden die Fahrzeuge entfernt, zu Handgreiflichkeiten sei es nicht gekommen, erklärte ein Ordnungshüter. Die Fabrik wurde derweil weiter von Streikenden auf Gartenstühlen blockiert, aber nicht mehr auf öffentlichem Grund – weshalb die Polizei auch nicht eingriff. „Wir sind entschlossen, Tag und Nacht auszuharren“, sagte Betriebsratsmitglied Yvonne Koch. Der Sattelschlepper sei am Nachmittag wieder abgefahren. Bei CNH war keine Stellungnahme zu dem Vorfall zu bekommen.

„Offenbar bereitet sich CNH auf die Schließung vor“, sagte Luis Sergio, der zuständige IG-Metall-Sekretär, dieser Zeitung. Die Verhandlungen über den Verkauf des Werkes an einen Investor, wie von der Gewerkschaft angestrebt, seien bislang ohne Ergebnis verlaufen. Die Bereitschaft dazu sei beim CNH-Management aber „nicht besonders ausgeprägt“, fürchtete Sergio.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben