Wirtschaft : Berliner Coca-Cola: Unsichere Zukunft für das Getränkeunternehmen

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Die Geschäfte der Berliner Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE AG) werden künftig in Essen gesteuert. Die dort ansässige Coca-Cola GmbH wird, wie bereits in einer Teilauflage berichtet, über einen Beherrschungsvertrag die Berliner AG steuern. Ob und in welcher Form die CCE AG bestehen bleibt, ist ungewiss. Mit einem Umsatz von zuletzt knapp vier Milliarden Mark ist die CCE AG das größte Getränkeunternehmen in Deutschland. Als Lizenznehmer der The Coca-Cola Company, Atlanta, ist die CCE AG für die Abfüllung und den Vertrieb von Coca-Cola-Produkten in weiten Teilen Deutschlands veantwortlich. Mit einem Absatz von 2,7 Milliarden Litern entfallen rund 70 Prozent der hierzulande getrunkenen Coca-Cola, Fanta, Sprite und Bonaqua auf die CCE AG. Das Unternehmen war 1996 aus dem Zusammenschluss der ostdeutschen Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH mit drei süddeutschen Coca-Cola-Konzessionären hervorgegangen. In den folgenden Jahren kaufte die AG weitere Konzessionen auf, um sich zu einem so genannten Anchor Bottler zu entwickeln. "Anchor Bottler zeichnen sich durch eine geographisch weit ausgedehnte Geschäftsstruktur, exzellentes Management-Potenzial, große Innovations- sowie hohe Finanzkraft aus", heißt es in einer Selbstbeschreibung. Damit dürfte es nun vorbei sein. Die Coca-Cola GmbH in Essen, die unmittelbare Tochter der US-Company und größte Aktionärin der Berliner AG, übernimmt nun "die Management-Kontrolle des Unternehmens". Begründet wird dies mit der neuen Strategie des Coca-Cola-Chefs Douglas Daft, insbesondere der Regionalisierung. Die Zentrale der AG mit 200 Mitarbeitern in der Berliner Friedrichstraße dürfte überflüssig werden.

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