Wirtschaft : Berliner Finanzkrise: An allen Ecken und Enden klaffen Löcher

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Die überraschende Erhöhung der für die Bankgesellschaft Berlin erforderliche Kapitalspritze ist auf höhere Risiken in allen Teilbanken des Konzerns zurückzuführen. Milliardenlöcher hat insbesondere die Immobilientochter IBG gerissen. Die IBG hatte in den 90er Jahren Geschlossene Immobilienfonds im Gesamtwert von rund 18 Milliarden Mark verkauft. Weil die Bankgesellschaft den IBG-Anlegern Einnahmen garantiert hatte, muss sie nun für die damit verbundenen Risiken Geld zurückstellen. Der Plan, durch den Verkauf der Immobiliengesellschaft IBAG für diese Fonds-Risiken vorzusorgen, scheiterte. Es fanden sich keine Investoren. Außerdem stimmte das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen dem Geschäft nicht zu. Ein weiteres Problem: Die Prüfer haben den Wert der IBAG noch einmal unter die Lupe genommen und festgestellt, dass das Unternehmen heute 600 Millionen Mark weniger wert ist als Ende 2000. Diese 600 Millionen Mark fehlen nun in den BGB-Kassen. Da die Summe eingeplant ist, müssen die Gesellschafter in die Bresche springen. Zur Erhöhung des Kapitalbedarfs tragen außerdem die bei der Berlin-Hyp, der LBB sowie der Berliner Bank neu entdeckten Risiken bei. Verluste von rund 900 Millionen Mark drohen. Das haben die Wirtschaftsprüfer bei der Untersuchung von Immobilien-Projekten ermittelt. Auch dafür muss der Konzern durch Rückstellungen vorsorgen. Zusammen mit dem Wertverlust der IBAG ergibt sich so der neue zusätzliche Kapitalbedarf von 1,5 Milliarden Mark. Zuzüglich des bereits seit längerem feststehenden Kapitalbedarfs von 2,5 Milliarden Mark sind das mindestens vier Milliarden Mark.

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