Wirtschaft : Berliner Grüne kritisieren Bewag

BERLIN (Tsp/ADN). Der angekündigte Personalabbau des Berliner Energieversorgers Bewag hat Kritik unter den Landespolitikern der Hauptstadt ausgelöst. Die Grünen im Abgeordnetenhaus haben von der Bewag am Freitag einen Verzicht des Energieversorgers auf Braunkohle-Strom aus der Lausitz gefordert. Dieser Strom sei teuer und besonders umweltschädlich, erklärte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Hartwig Berger. Der Strom aus Braunkohle werde zudem wenig arbeitsintensiv produziert. Die Bewag wies die Kritik als unsachlich zurück.Für Berlin wäre es nach den Worten Bergers besser, billiger und umweltgerechter, wenn statt dieser Importe Heizkraftwerke vor Ort in Betrieb blieben. Derzeit beziehe die Bewag 25 Prozent ihres Stroms aus Braunkohlekraftwerken. Das Unternehmen könne Lieferung von Importstrom nach Berlin nicht glaubwürdig kritisieren, wenn es ebenso handele.Bewag-Sprecher Reinhard Heitzmann betonte, das Unternehmen sei von der Politik verpflichtet worden, Braunkohlenstrom von der Veag abzunehmen. Daraus resultierten langfristige Verträge über diesen Strombezug mit der Veag.Nach Angaben des Sprechers verdrängt der von der Bewag bezogene Braunkohle-Strom darüber hinaus derzeit in Berlin keinen Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung. Der Braunkohle-Strom sei Bestandteil eines "wirtschaftlich vernünftigen Energiemixes". Unter geltenden Wettbewerbsbedingungen mache es keinen Sinn, auf diesen Bezug zu verzichten. Als Alternative käme der Bezug von preiswertem Atomstrom in Frage. Der Grünen-Politiker warf der Bewag ferner eine "unaufrichtige Personalpolitik" vor. Der Energiekonzern begründe einen geplanten Abbau der Zahl der Beschäftigten mit Schwierigkeiten, ihre Heizkraftwerke auf dem freien Strommarkt zu halten. Dabei habe die Bewag in den vergangenen Jahren ihre Eigenerzeugung "unnötig durch Strombezug aus der Lausitz geschwächt".

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