Wirtschaft : Berliner Industrie sieht Ende der Flaute

Mehr Aufträge für das verarbeitende Gewerbe/IHK fordert bessere Verkehrswege nach Breslau

Philip Volkmann-Schluck

Berlin - Die Berliner Wirtschaft zeigt Zeichen der Erholung. „Die Industrie lässt offenbar die Flaute der ersten Monate hinter sich“, heißt es im Vierteljahresbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe erhielten demnach sechs Prozent mehr Aufträge als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, die Umsätze stiegen um 2,5 Prozent. Damit liegt Berlin leicht über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch nahm die Beschäftigtenzahl der Industrie um 3,7 Prozent ab.

16700 Berliner Unternehmen haben ihren Betrieb im ersten Halbjahr des laufenden Jahres eingestellt. Andererseits gab es 23100 Neuanmeldungen – rund 2000 mehr als im Vorjahr. Allerdings: 80 Prozent der Neugründungen sind „Ich- AGs“,bestehen also nur aus einerPerson.

Im Berliner Baugewerbe setzt sich der negative Trend fort. Die ersten sechs Monate 2005 brachte 14,5 Prozent weniger Geschäftsabschlüsse als die Vorjahresperiode, die Zahl der Arbeitnehmer sank um 7,9 Prozent. Insgesamt soll die Lage der Berliner Wirtschaft in den kommenden Monaten besser werden: Berlin werde von der bundesweit erwarteten „Wachstumsverstärkung“ profitieren, lautet die Prognose des Wirtschaftssenats.

Um das Wachstum der Region zu fördern, hat die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) gemeinsam mit der Niederschlesischen Wirtschaftskammer einen Ausbau der Verkehrswege zwischen Berlin und Breslau (Polen) gefordert. „Derzeit braucht man für die 350 Kilometer lange Strecke fast sechs Stunden. Das gefährdet das enorme Wachstumspotenzial der Region“, sagte IHK-Berlin- Chef Eric Schweitzer. In Niederschlesien sei in den kommenden Jahren mit einer Investitionssumme von insgesamt zwei Milliarden Euro und 20000 neuen Arbeitsplätzen zu rechnen, sagte Zbigniew Sebastian, Chef der Niederschlesischen Wirtschaftskammer. Bisher sei ein Ausbau der Straßen und Schienen auf deutscher Seite erst ab 2008 geplant, hieß es in der Senatsgruppe für Verkehrspolitik.

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