Wirtschaft : Berliner Köpfe: Mit 52 Jahren ist mit der Arbeit Schluss

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Berlin hat für Thomas Miltsch einen entscheidenden Nachteil: Das Wasser ist so hart, dass dem passionierten Teetrinker sein Lieblingsgetränk hier nicht schmeckt. Dafür schätzt er das kulturelle Angebot der Stadt, vor allem, dass er hier auch nach 22 Uhr noch verschiedene Angebote gibt, Jazz live zu erleben. "Und die nutze ich auch", sagt Miltsch. Er kam im April vergangenen Jahres als General Manager der Region Nordost der Telefongesellschaft Completel nach Berlin. Completel bietet auf Basis eines eigenen Glasfasernetzes Sprach-, Daten- und Internetdienste für Geschäftskunden an. Als Miltsch antrat, verfügte er über 20 Kilometer Trasse und sechs Mitarbeiter. Heute sind es 60 Mitarbeiter, 20 sollen bis Ende diesen Jahres noch hinzukommen.

Miltsch, 1965 in Ahrensburg bei Hamburg geboren, hat schon während seines Doppelstudiums - Betriebswirtschaft und Automatisierungstechnik - an der TU Hamburg angefangen, bei Bosch zu arbeiten. Dort hat er Gleichwellennetze für die Polizei aufgebaut. Nach Abschluss des Studiums 1993 hat er sieben Jahre im Bereich Bündelfunk gearbeitet. Zuletzt war er Mitglied der Geschäftsleitung bei Dolphin Telecom - bis ein Headhunter ihn zu Completel brachte.

Miltsch hat einen genauen Lebensplan: Die Woche hat 168 Stunden, nur etwa ein Drittel dieser Zeit könne man effektiv arbeiten, sagt er. Maximal ein Viertel der 168 Stunden braucht er für seinen Schlaf. Bleiben 70 Stunden freie Zeit, die er hauptsächlich seiner Frau und den zwei Söhnen widmet, die in Hamburg leben. "Wir fahren viel Fahrrad, im Schnitt etwa 30 Kilometer." Daneben fährt er auch gern Motorrad, spielt Tischtennis in der Oberliga, außerdem Fußball und Badminton und läuft mit beim Hanse-Marathon. "Alles eine Frage des Timings." Doch nicht alles dreht sich um Sport. "Mein Wohnzimmer sieht aus wie ein Hifi-Studio."

Mit 42 Jahren möchte Miltsch Vorstand sein "in einem guten mittelständischen Unternehmen mit 1000 Angestellten." Mit 52 soll dann Schluss sein mit der Arbeit. Bisher ist sein Lebensplan aufgegangen. "Ich hatte mit 30 bereits mein eigenes Haus, war Vater und hatte einen Baum gepflanzt. Nur ein Buch habe ich noch nicht geschrieben." Dafür hat er sich vorgenommen, noch zu promovieren.

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