Wirtschaft : Berliner Volksbank: Hilfsbedürftig

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Die Neue Berliner Volksbank, wie sie sich gerne nennt, hat harte Zeiten erlebt. Bei der Genossenschaftsbank (hervorgegangen aus der Volksbank, der Grundkreditbank und der Köpenicker Bank), machte man, wie bei anderen Berliner Banken, in der Euphorie der Wiedervereinigung grobe Fehler. Hohe Wachstumsraten sollten den Ruhm der Vorstände mehren. Ausfälle bei den Krediten und millionenschwere Risikovorsorge vor allem für Engagements im Immobilienbereich war die Folge. Auch die Genossen kamen ohne fremde Hilfe nicht aus. Rund 2,2 Milliarden Mark hat der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) seit Anfang 1998 beigesteuert, etwa 500 Millionen Mark als Barzuschüsse, 1,7 Milliarden Mark in Form von Bürgschaften. Auch bei den Genossen verließen reihenweise Vorstände das Haus. Und auch die Gerichte beschäftigten sich mit den Akteuren. Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender verbrachte 1998 fast eine Woche im Untersuchungsgefängnis Moabit. Ihm wird Anlegerbetrug vorgeworfen. Er weist die Vorwürfe vehement zurück und wartet auf seinen Prozess.

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