Wirtschaft : Berliner Waschmaschinenwerk kann wieder hoffen

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Berlin/München Betriebsleitung und Betriebsrat des Berliner Waschmaschinenwerks der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) haben sich am Freitag nach mehrwöchiger Verhandlungspause zu einem ersten offiziellen Gespräch getroffen. „Wir wollen das Berliner Werk retten und sind bereit, dafür Kompromisse einzugehen“, sagte Luis Sergio von der IG Metall Berlin dem Tagesspiegel. Nach Angaben von Betriebsratschef Güngör Demirci sind die Beschäftigten bereit, auf freiwillige Leistungen wie die Jahreszahlung zu verzichten und die Stückzahlen-Produktion auf rund 400000 Geräte pro Jahr zu erhöhen. Im Gegenzug verlangen die Arbeitnehmer von BSH eine Bestandsgarantie für das Werk bis mindestens zum Jahr 2010 und die Zusage für neue Investitionen. „Unsere Position ist klar. Jetzt erwarten wir, dass BSH endlich sagt, wohin die Reise geht“, sagte Demirci.

Der Haushaltsgeräte-Hersteller hatte im Mai angekündigt, seine Waschmaschinenfertigung im Werk Berlin-Spandau bis Ende 2006 einzustellen und die Produktion im brandenburgischen Nauen zu konzentrieren. Betroffen wären davon knapp 700 der 1100 Berliner Beschäftigten. Nach heftigen Protesten der IG Metall und der Weigerung des Betriebsrats, den Bedingungen zum Personalabbau zuzustimmen, signalisierte BSH Bereitschaft, das Werk weiterzuführen. Die Vorstellungen der Arbeitnehmer hätten Gesamtkosten verursacht, die den Produktionsbereich Wäschepflege in Deutschland insgesamt gefährdet hätten, erklärte BSH Ende August. Die Arbeitnehmer erwarten nun, dass der Konzern Vorschläge macht, unter welchen Bedingungen das Werk erhalten werden kann. „Wir gehen fest davon aus, dass eine Schließung des Werks vom Tisch ist“, sagte Sergio. Die Gespräche könnten sich aber über Monate hinziehen. nic

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