Wirtschaft : Berlins Flughäfen nennen sich Jobmaschine

BERLIN (du-).An den Berliner Flughäfen wurde in den beiden vergangenen Jahren im Durchschnitt pro Tag ein neuer Arbeitsplatz geschaffen.Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten seit 1996 um 803 auf 11 605 Mitarbeiter gestiegen.In der Region verdanken sogar rund 29 000 Menschen ihre Beschäftigung den drei Airports, wo im gleichen Zeitraum 37 neue Firmen entstanden sind.Schönefeld, Tegel und Tempelhof seien damit eine "Jobmaschine ersten Ranges", sagte gestern der kaufmännische Geschäftsführer der Berlin Brandenburg Flughafen Holding, Kilian Krieger, bei der Vorstellung der neuen Arbeitsplatzerhebung.

Bei 11,8 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr entspricht Berlin dabei genau der Faustformel, wonach an den Flughäfen pro Million Reisender 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden.Insbesondere im Dienstleistungsbereich mit Abfertigung, Speditionen, Gastronomie, Reinigung und Instandhaltung nimmt die Beschäftigtenzahl rasant zu.So wird der Rückgang bei den Behördenmitarbeitern mehr als ausgeglichen.Größte Arbeitgeber sind neben der Holding selbst die Abfertigungsgesellschaft B.L.A.S.und der Lufthansa-Konzern, die zusammen 40,8 Prozent der Jobs bieten.Mit 6019 Arbeitsplätzen ist gut die Hälfte der Mitarbeiter am Flughafen Tegel beschäftigt.221 Jugendliche werden in den unterschiedlichsten Berufen vom Luftverkehrskaufmann bis zum Gas-, Wasser-, Elektroinstallateur ausgebildet.

Die bei den Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche vom Hochtief-Konsortium als künftigem Eigentümer übernommene Arbeitsplatzgarantie bis zum Jahr 2009 beweise, "daß jede Hand gebraucht wird", sagte Krieger.Ein Ende des Job-Wachstums sei "nicht absehbar".Bei rund 20 Millionen erwarteten Passagieren im Jahr 2010 sollen am dann fertiggestellten Single-Airport Berlin Brandenburg International (BBI) 20 000 Menschen beschäftigt sein, weitere 40 000 im Umfeld des Flughafens.Damit habe man "eine Schlüsselfunktion für den Arbeitsmarkt der Region".Die Vergabe von bis zu 70 Prozent der Bauaufträge für den BBI an regionale Unternehmen werde weitere Arbeitsplätze sichern und dem Wirtschaftskreislauf von Berlin und Brandenburg Milliardenbeträge zuführen.

Zum Verlust des interkontinentalen Linienflugverkehrs sagte Krieger, daß die Unternehmen aus Berlin und Brandenburg bisher vornehmlich als Zuliefer für Firmen im übrigen Bundesgebiet und dem europäischen Ausland fungieren.Demzufolge bestehe kein wesentlicher überseeischer Geschäftsreisebedarf, beispielsweise nach Amerika.Hinzu komme, daß ein Großteil der Berliner Geschäftsleute die Lufthansa und deren Vielfliegerprogramm nutzten, diese ihre Interkontinentalflüge aber über das Drehkreuz Frankfurt abwickle.Dieser Trend werde sich jedoch mit der zunehmenden Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen ändern, zeigte sich Krieger überzeugt.Für diese sei Berlin wegen seiner engen Verknüpfung von Wohn- und Arbeitsbereichen der ideale Standort.

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