Wirtschaft : Bertelsmann: Schmidt-Holtz wird Chef der Musiksparte

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Der ehemalige "Stern"-Herausgeber und Chefredakteur Rolf Schmidt-Holtz übernimmt ab sofort die Leitung der Bertelsmann Music Group (BMG). Damit tritt er die Nachfolge von Michael Dornemann an, der Anfang des Jahres aus dem Bertelsmann-Vorstand ausschied. Eigentlich war Rudi Gassner für die Leitung des Konzerns mit über 200 Musik-Labels in 54 Ländern vorgesehen. Er erlag am Tag vor Heiligabend einem Herzinfarkt. Der 52-jährige Schmidt-Holtz startete seine Karriere als Chef vom Dienst im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Bonn. Beim WDR wurde der mit Prädikat examinierte Jurist 1986 Chefredakteur Fernsehen und bekannt als "Informationsfanatiker". 1988 übernahm er beim Hamburger Magazin "Stern" die Herausgeber-, später zusätzlich die Chefredakteurs-Funktion. Nach der Fusion von CLT und UFA wurde er Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Er wird die BMG von New York und Hamburg aus leiten.

Schmidt-Holtz kündigte an, er wolle "einen kraftvollen Übergangsprozess gestalten, die Kooperation der diversen Labels ausbauen und die internationale Position der BMG stärken". Das Musikgeschäft befinde sich in einem radikalen Umbruch, seine Neugestaltung sei eine der interessantesten unternehmerischen Herausforderungen. Im Musiksektor von Bertelsman wird seit einiger Zeit umstrukturiert. Gegenwärtig verhandelt Bertelsmann mit dem britischen Musikkonzern EMI über eine Zusammenlegung mit der BMG. Ergebnisse werden Ende Januar erwartet. Ursprünglich wollte EMI mit dem US-Medienkonzern AOL-Time Warner zusammen gehen. Die Fusion scheiterte jedoch am Einspruch der EU-Kommission.

Schmidt-Holtz behält weiterhin seinen Posten als Chief Creative Officer für die Inhalte-Strategie des gesamten Hauses Bertelsmann. Zugleich wird Edgar Berger, 34, kommissarisch zum Chief Operating Officer des Content Networks ernannt.

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