Wirtschaft : Bessere Altenpflege durch Fortbildung

Das Familienministerium setzt auf eine „Qualifizierungsoffensive“.

Bis Ende 2015 soll die Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege entscheidend verbessert werden. Erreichen will dasBundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit einer „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“, die gerade gestartet ist. Jedes Jahr sollen zehn Prozent mehr Altenpflegerinnen und -pfleger ausgebildet und 4000 Pflegehelferinnen und -helfer zu Fachkräften fortgebildet werden.

Zu der Offensive gehört ein „Beratungsteam Altenpflegeausbildung“. Das Team berät Pflegeeinrichtungen, Altenpflegeschulen sowie alle an der Altenpflegeausbildung Interessierten zu bundes- und landesrechtlichen Fragen und organisiert Ausbildungsverbünde sowie Netzwerke vor Ort in allen Regionen Deutschlands . Parallel dazu ist das neue Informationsportal www.altenpflegeausbildung.net freigeschaltet worden.

Bestandteil der Offensive ist auch, dass das dritte Ausbildungsjahr wegfallen kann, wenn jemand genügend Vorkenntnisse mitbringt. Das dritte Jahr einer Umschulung soll bis 2015 wieder von den Arbeitsagenturen finanziert werden. Die Finanzierung war Ende 2010 ausgelaufen.

Das Ministerium hofft, durch die Offensive, die „Attraktivität des Berufs- und Beschäftigungsfeldes“ erhöhen zu können. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums wächst der Personalbedarf in der Altenpflege rapide, da die Zahl der Pflegebedürftigen, die Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung haben, bis 2030 um 40 Prozent auf dann 3,4 Millionen Menschen steigen wird. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit kommen heute auf 100 offene Stellen in der Altenpflege nur noch 37 arbeitslos gemeldete Fachkräfte. Gleichzeitig wird die Zahl der dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehenden jungen Menschen zukünftig deutlich sinken.

Im Zuge der Offensive soll es auch leichter werden, im Ausland erworbene Qualifikationen im Pflegebereich in Deutschland anerkennen zu lassen. Man müsse die „Chancen der Arbeitnehmer-Freizügigkeit in der EU nutzen“, teilt das Ministerium mit. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung in der Altenpflege solle verbessert werden.

Partner der Offensive sind unter anderem die Arbeits- und Sozialministerkonferenz, die Gesundheitsministerkonferenz, die Kultusministerkonferenz sowie die Jugend- und Familienministerkonferenz, die Verbände der privaten Einrichtungsträger, die Berufs- und Fachverbände der Altenpflege, die Kostenträger, die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände und die Bundesagentur für Arbeit. epd /Tsp

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