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Besuch in Berlin : Katars Staatsoberhaupt trifft die Kanzlerin

Als Ausrichter der Fußball-WM 2022 sammelt Katar nicht nur positive Schlagzeilen: Ausländische Arbeiter sollen schlecht behandelt worden sein. Kommende Woche wird Scheich al Thani in Berlin erwartet.

Scheich Tamim Bin Hamad al Thani, Staatsoberhaupt des international heftig kritisierten Golf-Emirats Katar, wird kommende Woche in Berlin zu Spitzengesprächen mit der Bundesregierung erwartet. Beim anschließenden Besuch in Bayern dürfte es eher gemütlich zugehen.

Der Scheich trifft in Berlin die Kanzlerin und den Außenminister

Der 34-jährige al Thani, der Amt im Juni 2013 von seinem Vater Hamad bin Chalifa al Thani (62) übernommen hatte, soll nach Tagesspiegel-Informationen am Mittwoch, dem 17. September, in Berlin zunächst ein Wirtschaftsforum eröffnen. Anschließend stehen Treffen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), ein Mittagessen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und anschließend ein Gespräch mit Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) auf dem Programm. Für den Abend ist ein Gala-Dinner im Berliner Hotel „Grand Hyatt“ angesetzt.

Am Donnerstag steht ein Besuch bei Audi in München an

Am Donnerstag (18. September) soll al Thani mit einer Sondermaschine nach München fliegen, wo er von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner empfangen wird. Auf dem Programm steht unter anderem ein „Bayerischer Abend“ im Brauereigasthof der Gemeinde Aying, 25 südöstlich von München. Geplant, aber noch nicht bestätigt, sind zudem Besuche der Münchner Allianz Arena und der Zentrale des Autobauers Audi in Ingolstadt.

Der kleine Staat steht international in der Kritik

Der kleine Staat, dessen Bürger über das höchste Pro-Kopf-Einkommen weltweit verfügen, hält unter anderem 15,6 Prozent der Stammaktien an Audis Muttergesellschaft VW und etwa sechs Prozent an der Deutschen Bank. Zugleich steht das Land international in der Kritik, weil wohlhabende Katarer im Verdacht stehen, die Terrororganisationen Hamas und Islamischer Staat (IS) zu finanzieren. Zudem sorgten Berichte der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über Menschenrechtsverletzungen von ausländischen Arbeitern auf den Baustellen des Landes für Negativschlagzeilen. Katar hatte von der Weltfußballorganisation Fifa den Zuschlag für die WM 2022 erhalten.


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