Wirtschaft : Betriebliche Altersversorgung: Ifo-Studie: Anteil der Versicherten in der Industrie fällt seit 1996

Die Zahl der Arbeitnehmer, die in der westdeutschen Industrie und im Handel in den Genuss einer betrieblichen Altersvorsorge kommen, ist einer Studie des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) zufolge in den vergangenen drei Jahren gesunken. Der Anteil der Beschäftigten in der Industrie mit verbindlichen Versorgungszusagen sei von 1996 bis 1999 von 65 auf 64 Prozent zurückgegangen, im Handel von 29 auf 28 Prozent, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie. Damit sei das Ziel einer Ausdehnung der betrieblichen Altersvorsorgung auf möglichst viele Arbeitnehmer in den alten Bundesländern verfehlt worden.

Angesichts der demographischen und finanziellen Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung müsse die betriebliche neben der privaten Altersvorsorge aber an Bedeutung gewinnen, schreibt das Institut. Die Zahl der westdeutschen Industriebetriebe, die eine Altersvorsorge anbiete, sei zwar von 65 auf 68 Prozent gestiegen. Durch den Arbeitsplatzabbau in der Branche betreffe das aber immer weniger Beschäftigte.

In den neuen Bundesländern stieg den Angaben zufolge dagegen sowohl die Zahl der Unternehmen als auch die Zahl der Beschäftigten mit betrieblicher Altersvorsorge. Im verarbeitenden Gewerbe hätten 1999 rund 45 Prozent der Firmen diese Option geboten, nach 30 Prozent 1996. Im Handel sei der Prozentsatz von 37 auf 43 Prozent gestiegen. Damit liege das Niveau in Ostdeutschland aber weiter deutlich hinter dem westdeutschen. Der Anteil der Beschäftigten in der ostdeutschen Industrie mit einer betrieblichen Altersvorsorge betrage mit 16 Prozent nur rund ein Viertel des entsprechenden Wertes für Westdeutschland.

Eine Angleichung der unterschiedlichen Niveaus in Ost und West sei vorerst nicht zu erwarten, heißt es in der Studie pessimistisch. Im verarbeitenden Gewerbe der neuen Länder beabsichtigten nur etwa acht Prozent der Unternehmen ohne betriebliche Altersvorsorge, diese in den nächsten Jahren einzuführen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar