Wirtschaft : Betriebsrat von Daimler droht mit Streik Konflikt um Kosten der Mercedes C-Klasse

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Nürtingen Im Tauziehen um weitere Kosteneinsparungen bei Mercedes wird der Ton rauer. Erstmals drohte Daimler-Chrysler-Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Vize-Aufsichtsratschef Erich Klemm dem Management mit einem offenen Konflikt. „Wir lassen uns nicht erpressen“, sagte er in Nürtingen bei Stuttgart. Sollte der Vorstand hart bleiben, sei ein Arbeitskampf nicht ausgeschlossen. Daimler-Chrysler will die Kosten in seinen deutschen Werken senken. Nach Angaben des Betriebsrats sind dadurch bis zu 10000 Arbeitsplätze in Gefahr. Bereits in den nächsten Wochen will Daimler darüber entscheiden, wo und in welcher Stückzahl Mercedes seine neue C-Klasse fertigt. Zur Auswahl steht neben dem Stammwerk auch das Bremer Mercedes-Werk, das günstiger produziert. Wandert die C-Klasse komplett nach Bremen, befürchten Gewerkschafter allein den Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen in Sindelfingen.

Betroffen von den Forderungen nach Einsparungen sind den Angaben zufolge aber auch die Werke in Untertürkheim, Wörth und Mannheim. Es gehe neben der C-Klasse um einen neuen Pkw-Dieselmotor, Lkw-Motoren und das Outsourcing von Dienstleistungen. Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung wollen ihre Gespräche morgen fortsetzen.

Pikant an der Auseinandersetzung ist, dass es ausgerechnet der Mercedes-Chef selbst war, der Ende April gemeinsam mit der Arbeitnehmerbank für den Sturz seines designierten Nachfolgers Wolfgang Bernhard sorgte, weil dieser massive Einschnitte bei der Premiummarke vornehmen und Arbeitsplätze ins Ausland verlagern wollte. Doch auch Hubbert hält die Fertigungskosten für die neue C-Klasse auf Basis der bisherigen Kostenstruktur gegenüber Wettbewerbern wie dem 3er von BMW für zu teuer. Der Mercedes-Chef will deshalb die Lohnkosten der Premiummarke drücken. Insidern zufolge will Hubbert die Kosten pro nächstem C-Klasse-Modell um rund 500 Euro reduzieren.

Nachdem erste Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat des Konzerns erfolglos geblieben waren, ging Hubbert kürzlich in die Offensive: Er kritisierte die Zuschläge und die besondere Pausenregelung im Werk Sindelfingen. hz/HB

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