Wirtschaft : Bildungsniveau: Mathe: Null Punkte

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Die Arbeitgeber haben am Montag heftige Kritik am Niveau der deutschen Schulen geübt. Besonders um das Wissen in Mathematik und den Naturwissenschaften stehe es bei deutschen Schülern schlecht. "Für die Konkurrenzfähigkeit der Deutschen Wirtschaft haben diese Fächer eine Schlüsselfunktion", betonte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Reinhard Göhner. Laut einer Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht der deutsche Nachwuchs im internationalen Vergleich blass aus. So liegen die Schüler der achten Klasse aus dem Nachbarland Schweiz in Mathe 15 Plätze vor Deutschland. Auch die Niederländer rangieren weit vor den Deutschen. Die einstige Elite verkümmert im Mittelfeld. Die Ursachen für die schlechten Noten in Mathe und den anderen "harten" Fächern liegen nach Meinung der Arbeitgeber vor allem in der schlechten Didaktik. "Der mathematisch-naturwissenschaftliche Unterricht in Deutschland ist zu wenig verständnisorientiert und zu wenig kreativ", sagte Göhner. Im Gegensatz zu anderen Ländern, hätte man in Deutschland eine andere Einstellung zum Mathematik-Unterricht. Es sei einfach nicht "cool" mit guten Noten zu glänzen. Nicht zuletzt die Green-Card-Diskussion habe gezeigt, wie sehr die deutsche Wirtschaft auf naturwissenschaftlich-technisch geschulte Berufseinsteiger angewiesen ist, hieß es. Die Arbeitgeber forderten das Fach Mathematik als festen Bestandteil der Abiturprüfung. Zu oft drücke man sich zwecks Notenoptimierung um die "harten" Fächer. Auch Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft sollten gefördert werden. Eklatant sind die Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern haben die Schulen an den Leistungsstandard der DDR angeknüpft, so die Arbeitgeber. Hier seien Mathematik und Naturwissenschaften als Wahlfach mehr nachgefragt als im Westen. "Der Leistungsabstand ist beachtlich", meinte Josef Siegers, ehemaliges Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung. Bereits seit Beginn des Jahres erhalten die Kultusminister von den Arbeitgebern Nachhilfe. Um den Unterricht an den Schulen zu verbessern, haben die Arbeitgeber eine Initiative ins Leben gerufen, die Lehrern Hilfe bei der didaktischen und methodischen Weiterbildung bietet.

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