Wirtschaft : Biotechfirmen in Berlin-Brandenburg meistern die Krise

Studie: Größter Schwachpunkt bleibt die Finanzierung

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Berlin (hop). Die BiotechnologieFirmen in Berlin-Brandenburg stehen im Vergleich gut da, obwohl die Branche in den vergangenen zwei Jahren ihre bisher schärfste Krise überstehen musste. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Berlin-Brandenburg habe seine Stellung als zweitwichtigste Biotech-Region in Deutschland weiter gefestigt und im Vergleich zu München aufgeholt, sagte Nikolaus Schumacher, Vice President von A.T. Kearney, am Dienstag in Berlin.

Die Zahl der Unternehmen ist laut A.T. Kearney in Berlin im vergangenen Jahr von 155 auf 157 gestiegen, während sie in München bei 115 stagnierte. Doch sind die bayerischen Biotech-Firmen im Vergleich größer und oft in der Entwicklung von Produkten etwas weiter. Die Zahl der in der Biotechnologie Beschäftigten ist deshalb in München 2002 leicht auf 3020 gestiegen, während in Berlin-Brandenburg nach 3164 Menschen im Jahr 2001 im vergangenen Jahr nur noch 2942 Beschäftigte gezählt wurden.

Schumacher von A.T. Kearney sagte, fast alle Standortfaktoren, die die Biotechnologie brauche, seien in Berlin-Brandenburg als gut zu bewerten. Es gebe eine Vielzahl von Forschungseinrichtungen, gut ausgebildete Arbeitskräfte, bessere und einfachere Unterstützung durch die Behörden, ausreichend Flächen für eine mögliche Expansion und einen guten Mix von Firmen aus allen Bereichen der Biotechnologie.

Schlecht sei dagegen die Selbstdarstellung der Region. „Man macht viel Gutes in Berlin, aber man redet zu wenig darüber“, sagte Schumacher. Außerdem sei die Lage bei der Finanzierung nach wie vor nicht optimal. „Die Region leidet weiter unter dem Umfeld der Schwierigkeiten bei der Bankgesellschaft Berlin“, sagte Schumacher. Geld sei bei den Wagniskapitalgebern zwar genügend vorhanden, sie seien aber skeptischer geworden. Uwe Bindseil, Leiter der Fördergesellschaft Biotop, forderte deshalb, dass die öffentlichen Kapitalgeber wie die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin durch eigenes Engagement Wagniskapitalgesellschaften mitziehen. „Dann haben wir den Höhepunkt bei den Beschäftigtenzahlen noch nicht gesehen.“

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