Wirtschaft : Bis 2,5 Milliarden Mark Schaden - Geschäfte zu drei Viertel fingiert

Die Betrügereien bei der Ettlinger Flowtex-Gruppe mit fingierten Leasinggeschäften haben möglicherweise mehr als 2,5 Milliarden Mark Schaden verursacht. Ein weiterer Schaden von 300 000 Mark durch die Ausgabe einer anscheinend ungedeckten Anleihe wurde buchstäblich in letzter Minute von der Staatsanwaltschaft verhindert. Flowtex soll mit Luftgeschäften seinen Umsatz und sein Kapital hochgeschwindelt haben. Die Topmanager sind in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Mannheim beziffere den Schaden in einem Rechtshilfeersuchen an die Schweiz mit "mindestens 1,7 Milliarden Mark", berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus". Der Gesamtschaden werde auf mehr als 2,5 Milliarden Mark geschätzt. Dies zeige, dass ein Fall wie der des Baulöwen Schneider jederzeit möglich sei. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende vergangener Woche offiziell von deutlich über einer Milliarde Mark gesprochen und erklärt, die genaue Summe sei noch nicht abzusehen.

Flowtex galt in Baden-Württemberg als Vorzeigeunternehmen. Es bietet Horizontal-Bohrsysteme für den Tiefbau. Das Unternehmen ist angeblich in mehr als 40 Ländern tätig. Die von der Staatsanwaltschaft untersuchten Geschäfte waren aber zu drei Viertel fingiert. Von 3000 in den Büchern vermerkten Bohrern sollen nur 400 tatsächlich existieren. Der vorläufige Insolvenzverwalter der Kernfirma Flowtex, Eberhard Braun, sagte der "Welt am Sonntag", er sei sicher, der Firma Liquidität verschaffen zu können. Die in Untersuchungshaft sitzenden Flowtex-Firmenchefs Manfred Schmider und Klaus Kleiser sollen einen aufwendigen Lebensstil geführt haben. Berichten zufolge hatte Schmider in Punta del Este (Uruguay), London, Paris, Baden-Baden, Ibiza und St. Moritz Häuser und Wohnungen.

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