Wirtschaft : Bitkom soll die Interessen der deutschen Informationswirtschaft bündeln

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Mehr als 1000 Unternehmen der deutschen Telekommunikations- und Informationswirtschaft haben sich zu einem neuen Spitzenverband zusammengeschlossen. Die bisher in zahlreiche kleine Verbände zersplitterte Interessenvertretung der Branche vereinigte sich am Donnerstag in Berlin zu Bitkom, dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Medien. Gründungspräsident ist Volker Jung, Mitglied des Zentralvorstands der Siemens AG. Bitkom repräsentiere mit seinen Mitgliedsunternehmen etwa 700 000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von 200 Milliarden Mark, sagte Jung. Bereits in wenigen Jahren werde die Branche in Deutschland größer sein als die Automobilindustrie, sagte der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel. Jung wies darauf hin, dass in fünf Jahren der Umsatz der Informations- und Telekommunikationsindustrie in Deutschland auf 300 Milliarden Mark steigen werde. In der deutschen Gesellschaft fehle aber noch immer das Bewußtsein für die Bedeutung der Branche. Aufgabe der Bitkom sei es, diesen Rückstand aufzuholen. Nachholbedarf sieht Jung unter anderem bei der Ausbildung von Ingenieuren und der Computerausstattung der Schulen. Außerdem seien die Hochschulabsolventen zu alt und hätten ihre kreative Phase bereits hinter sich, wenn sie die Hochschulen verlassen. Das müsse sich ändern, wenn Deutschland nicht den Anschluss an die internationale Konkurrenz verlieren wolle. "Die Informationstechnik ist Voraussetzung aber auch der Grund für die Globalisierung der Wirtschaft. Wer wirtschaftlich Weltspitze sein will, muss hier spitze sein. Dieses Bewußtsein ist bei uns noch nicht vorhanden", sagte Jung. Er kritisierte, dass die Bundesregierung einen Landwirtschaftsminister habe, wichtige Probleme der Informationswirtschaft aber nur auf der Ebene von Ministerialbeamten und "relativ unkoordiniert" behandelt würden.

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