Wirtschaft : Blick über den Tellerrand

DANIEL RHEE-PIENING

Templeton informiert über Wachstumsmärkte für AnlegerVON DANIEL RHEE-PIENING

BERLIN.Telekom, Pro 7 oder Lufthansa mögen an den deutschen Börsen die Papiere mit hohem Aufmerksamkeitswert sein, mancher hat seinen Blick aber schon längst auch über die Grenzen Deutschlands gerichtet.Schon seit längerem sind die kleinen sogenannten Tiger-Staaten im Gespräch.Mit ein Grund, warum der Templeton-Fonds am Mittwoch im Berlin eine Veranstaltung ausrichtete, die mit hochkarätigen Referenten besetzt war.Neben dem Präsidenten des Templeton Emerging Markets, Hongkong, Mark Mobius, gehörten "Altmeister" André Kostolany und die Professorin und Unternehmensberaterin Gertrud Höhler dazu.Die mehreren hundert Zuhörer "kamen auf ihre Kosten". Mobius hielt ein Plädoyer für die sogenannten Emerging Markets (Märkte mit großen Wachstumschancen, die aber auch risikoreicher sind), zu denen er besonders Asien, Indien, aber auch Teile Osteuropas zählte.So werden im Jahr 2010 rund 88 Prozent der Weltbevölkerung dort leben, sie werden dann rund 32 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften - Konsumenten von morgen.Die Bevölkerungsstruktur ist deutlich besser als in den alten Industrieländern, und die Kunden sind ungeduldig.Schon heute investieren die großen, weltweit operierenden Unternehmen in diesen Regionen um sich ihren Marktanteil zu sichern.Und Mobius versichert selbstbewußt, "wir wären nicht in den Emerging Markets, wenn wir nicht die entsprechenden Renditen hätten".Folgerichtig, daß Templeton auch Büros in Warschau und Moskau eingerichtet hat. Eher weniger scheint Kostolany von den östlichen Ländern zu halten.Jedenfalls wollte er sich dazu nur sehr wage äußern.Umso deutlicher seine Kritik an der Deutschen Bundesbank.Sie bewerte die Stabilitätspolitik über, eine "kleine Inflation" sei gar nicht so schädlich.Aber, so seine Zuversicht, "die Bundesbanker werden nicht ewig an der Macht bleiben".Zwar befürchtet auch Kostolany einige Turbulenzen bei der Einführung des Euro, der für ihn ganz sicher kommt, aber die seien nur vorübergehender Natur.Er sei für die kommenden Jahrzehnte als Aktienbesitzer euphorisch optimistisch.So bleibt die Aktie für ihn auch für die Zukunft die beste Anlageform.Speziell für die Berliner hatte Kostolany noch die Empfehlung parat: "Wenn ich 50 Jahre jünger wäre, würde ich in Berliner Immobilien investieren". Allerdings warnt er, nicht an der Börse zu zocken, und mahnt zur Geduld.Es folgten die Erkenntnis, daß man ein Schlafmittel nehmen und am besten die Kurse gar nicht mehr beobachten solle, wenn man seine Aktien gekauft hat und - zur Freude der Zuhörer - die Weisheit: "Das Geld, das man an der Börse verdient, ist Schmerzensgeld - erst kommt der Schmerz, dann das Geld."

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