Wirtschaft : BMW-Chef Milberg setzt sich große Ziele

MÜNCHEN (tmh). Mit der Sanierung ihrer britischen Tochter Rover, neuen Modellen und einem insgesamt 30 Mrd. DM umfassenden Investitionspaket will BMW eine neue Wachstumsphase einläuten. Dadurch soll bis zum Jahr 2005 konzernweit die Umsatzrendite vor Steuern um fast ein Drittel auf knapp 4,3 Prozent klettern, kündigte BMW-Chef Joachim Milberg am Donnerstag in München an. Gleichzeitig will BMW den Weltmarktanteil um ein Fünftel auf 3,6 Prozent ausbauen. "Bei Rover stehen die Ampeln auf grün", zeigte sich der Manager zuversichtich, obwohl der hohe Kurs des britischen Pfundes die Rover-Sanierung behindere. Dieses Jahr drohe dort erneut ein Verlust von 1,9 Mrd. DM. Im Jahr 2000 soll das Rover-Defizit auf eine Mrd. DM und 2001 auf 500 Mill. DM reduziert werden. Falls das Pfund auf hohem Niveau bleibe, müsse BMW die Einkaufspolitik bei Rover ändern und eventuell den dortigen Personalstand überdenken, um wie geplant im Jahr 2002 die Gewinnschwelle zu überschreiten. Das Bekenntnis zum Rover-Werk Longbridge sei aber langfristig.Ungeachtet aller Hoffnungen bleiben die Briten aktuell auf Talfahrt. In den ersten fünf Monaten 1999 sanken die Pkw-Verkäufe um gut ein Drittel auf nur noch 102 000 Autos. Landrover legte dagegen um fast ein Drittel auf 72 000 verkaufte Geländewagen zu. Die Marke BMW steht mit einem Plus von zwölf Prozent auf 313 000 Einheiten vor einem neuen Rekordjahr; in den Fabriken werden Sonderschichten gefahren. Insgesamt lagen die Verkäufe des Konzerns wegen der Rover-Schwäche bis Ende Mai mit 487 000 Autos um ein Prozent unter Vorjahr. Mit dem jetzt in den Handel kommenden Rover R 75 glaubt Milberg die Lage beim britischen Patienten bis Jahresende noch aufhellen zu können. 2001 rolle dann der neue Kleinwagen "Mini" auf der Insel vom Band. Etwa 2002 folge dann der R 30 als Nachfolger der jetzigen Modelle R 200 und R 400 unter anderem in einer Minivan-Version. Für 2003 kündigte der BMW-Chef ein neues Rolls-Royce-Modell an. Dann kommt die Marke von VW zurück an BMW.Das bis zum Jahr 2005 laufende Investitionspaket von 30 Mrd. DM, das zu einem Drittel auf Großbritannien entfällt, will Milberg aus dem Cashflow finanzieren. Eine Kapitalerhöhung sei nicht geplant.

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