BMW : Deutsch-französischer Werkstattbesuch

Ursula von der Leyen und ihr französischer Amtskollege Michel Sapin treffen Auszubildende im Spandauer BMW-Motorradwerk.

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Ortstermin. Ursula von der Leyen und ihr französischer Amtskollege Michel Sapin bei BMW.
Ortstermin. Ursula von der Leyen und ihr französischer Amtskollege Michel Sapin bei BMW.Foto: dpa

Deutsche Bundesminister reisen mit großem Gefolge. Noch größer ist die Entourage französischer Regierungsvertreter. Kommen beide zusammen, wird es voll. In der Ausbildungswerkstatt des BMW-Motorradwerkes in Spandau war das Gedränge am Montag groß: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte zusammen mit ihrem Pariser Amtskollegen Michel Sapin Lehrlinge des Konzerns. Von 3900 Azubis beschäftigt BMW 70 im Berliner Werk, wo alle (zuletzt 106 000) Motorräder gebaut werden, die BMW in 130 Länder verkauft.

Mit erkennbarem Lampenfieber angesichts des Andrangs demonstrierten Azubis pneumatische Schaltkreise oder ein aus Werkstoffen gefertigtes Mühle-Brettspiel. „Das ist, als träfen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen“, scherzte die Ministerin in die Kameras. „Wollen mal sehen, wer zuerst eine Mühle hinbekommt.“ Weiter zog der Tross in die Montagehalle, wo sich die Politiker mit einer Kfz-Mechanikerin an einem halbfertigen Zweirad aufstellten. 24 Prozent der Azubis in Spandau sind Frauen. Die jungen Mitarbeiter – insbesondere Frauen – „sind unsere Zukunft“, sagte BMW-Personalchefin Milagros Caiña-Andree. Das duale Ausbildungssystem, ein Markenzeichen „Made in Germany“, exportiere BMW an viele Standorte in der Welt.

Ursula von der Leyen hatte sich am Morgen als „lernoffen“ bezeichnet. Nachholbedarf beim Thema Ausbildung hat Deutschland im Vergleich zu Frankreich aber offenbar nicht. Auch Sapin würdigte das deutsche Modell als „Teil einer industriellen Kultur“. So stimmte der Ortstermin die Minister auf das dritte deutsch-französische Sozialpartnertreffen ein, das am Montag in Berlin stattfand. Oben auf der Tagesordnung: die Jugendarbeitslosigkeit. In Frankreich liegt sie aktuell bei 24 Prozent.

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