Wirtschaft : BMW: Zeitplan für das neue Werk in Leipzig vorgestellt

Der BMW-Vorstandsvorsitzende Joachim Milberg hat am Donnerstag in Leipzig den detaillierten Zeitplan für das neue Werk des Münchner Automobilkonzerns in Sachsen vorgestellt. Der erste Spatenstich sei für das Frühjahr 2002 geplant, kündigte Milberg an. Die Inbetriebnahme sei im zweiten Halbjahr 2004 vorgesehen, die Serienproduktion der 3er Reihe soll im ersten Halbjahr 2005 beginnen. BMW investiert etwa eine Milliarde Euro (1,96 Milliarden Mark) in das Werk. Es ist nach 1945 das erste deutsche BMW-Autowerk außerhalb des Freistaats Bayern.

Weitere Investitionen sollen folgen

Milberg kündigte an, dass sich nach der Anfangsinvestition weitere Investitionen anschließen würden, die noch deutlich höher sein werden. Dies stehe im Zusammenhang mit künftigen Produktentscheidungen, sagte der BMW-Chef. Die Investition in Halle/Leipzig sei Teil eines ehrgeizigen Investitionsprogrammes der BMW-Group, sagte Milberg weiter. "Weltweit werden wir in den nächsten sechs Jahren eine Gesamtsumme von etwa 16 Milliarden Euro in unsere Zukunft investieren." Am neuen Standort Leipzig werden mittelfristig 10 000 neue Arbeitsplätze, davon 5500 im BMW-Werk, entstehen. Bislang sind bereits 17 500 Bewerbungen eingegangen. Die ersten 35 Lehrlinge nehmen am 1. September ihre Arbeit auf.

Für Leipzig sei zusammen mit Arbeitnehmervertretern die "BMW Formel für Arbeit" entwickelt worden, sagte Milberg. Sie erlaube je nach Produktionsvolumen und Kundennachfrage die stufenlose Anpassung der Betriebszeit zwischen 60 bis 140 Stunden pro Woche.

Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) kündigte die Unterstützung der mittelständischen Zulieferindustrie beim Aufbau von Netzwerken an. Diese könnten als Systemanbieter auftreten und im Wettbewerb mit großen Anbietern so besser bestehen. Biedenkopf nannte die Ansiedlungsentscheidung der Münchner BMW-Gruppe eine Anerkennung für das Land Sachsen und die Stadt Leipzig.

Zunächst soll in Leipzig die BMW 3er Reihe gebaut werden, sagte Produktionsvorstand Nobert Reithofer. Das Werk soll mit einem bekannten Modell schrittweise auf die tägliche Produktion von 650 Fahrzeugen hochgefahren werden. Je nach Nachfrage sei auch der Bau anderer Modelle in Leipzig vorgesehen.

Zurzeit laufen auf dem Gelände im Norden der Stadt die ersten bauvorbereitenden Arbeiten. Bis zum April kommenden Jahres haben zunächst die Archäologen die Schaufeln in der Hand. Auf dem Gebiet werden Siedlungsüberreste aus der Jungstein- und der Bronzezeit sowie aus der Zeit der slawischen Besiedlung vermutet. Außerdem werden bereits Grundnivellierungsarbeiten durchgeführt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben