Wirtschaft : Börse: "Erschreckende Abgründe bei Infineon"

Werden wir die alten Tiefststände aus dem Fr&

Werden wir die alten Tiefststände aus dem Frühjahr noch einmal sehen?

Die Frustration ist nicht zu übersehen. Nach der ersten US-Zinssenkung im Januar zeigten sich viele Anleger sehr optimistisch. Fünf Zinssenkungen später stehen die Aktienkurse aber tiefer als am Jahresanfang. Die Renditen langlaufender Anleihen sind dagegen gestiegen. Es ist genau das Gegenteil dessen eingetreten, was die meisten Investoren erwartet haben.

Antizipieren die Marktteilnehmer, dass es doch eine Rezession in den USA gibt?

Das ist die Gretchenfrage. Wir bewegen uns auf einem sehr schmalen Grat. Viele Anleger haben immer noch das übliche Schema im Kopf: "Zinsen runter - Börse rauf." Seit mehr als einem halben Jahr stimmt dieser Zusammenhang nicht mehr. Investoren tun gut daran, eine Rezession in Erwägung zu ziehen.

Wie sieht es in Europa aus?

Isoliert betrachtet sieht es hier besser aus: Die Sparquote ist höher und die Verschuldung geringer, die Aktien sind im Vergleich zu den USA niedriger bewertet. Das gilt aber nicht für den Technologiesektor, der noch immer teuer ist. Hier muss nach wie vor mit Enttäuschungen gerechnet werden. Auch die weißen Raben am Neuen Markt wie Qiagen oder Aixtron haben noch kein vernünftiges Chance-Risiko-Verhältnis erreicht.

Was ist bei Infineon los, die auf eine Kapitalerhöhung drängen?

Entweder wollen sie antizyklisch investieren, was fragwürdig ist, oder sie haben ernsthafte Probleme. Das könnte ich mir durchaus vorstellen. Wenn man den Prognosen des Managements, die noch vor kurzem abgegeben worden sind, die tatsächlichen Zahlen gegenüberstellt, tun sich erschreckende Abgründe auf.

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