Wirtschaft : Börse startet Handel mit Emissionen

Anselm Waldermann

Leipzig/Berlin - Erstmals seit Einführung des europaweiten Handels mit Emissionsrechten ist eine deutsche Börse in das CO2-Geschäft eingestiegen. Am Mittwoch schaltete die Leipziger Energiebörse European Energy Exchange (EEX) den Emissionshandel offiziell frei. Der ermittelte Preis lag bei 10,40 Euro für ein Zertifikat, das zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt. Rund 20000 Verschmutzungsrechte wechselten am ersten Handelstag ihren Besitzer.

Mit dem Emissionshandel hofft die Europäische Union, den Ausstoß des Klimagases CO2 (Kohlendioxid) zu reduzieren. Unternehmen, die viel CO2 emittieren, müssen entsprechend viele CO2-Zertifikate kaufen. Wer weniger CO2 ausstößt, kann seine überschüssigen Zertifikate verkaufen. Der Preis bestimmt sich über Angebot und Nachfrage.

Die EEX hatte bereits seit Oktober einen täglichen Referenzpreis ermittelt, der auf außerbörslichen, bilateralen Geschäften basierte. Doch nun steigt sie voll ins CO2-Geschäft ein und möchte sogar zum europaweiten Marktführer werden. „Wir streben die führende Position an“, sagte ein EEX-Sprecher dem Tagesspiegel. Unabhängige Experten räumen der EEX dafür gute Chancen ein. „Von den sechs europäischen Börsen, die für den CO2-Handel im Gespräch sind, werden höchstens zwei oder drei übrig bleiben“, erklärte der Emissionshandelsexperte Stefan Kleeberg vom Beratungsunternehmen Climate Change Consulting. Die Spitzenposition werde die EEX noch vor der European Climate Exchange in London einnehmen.

Auch der CO2-Händler eines Energiekonzerns bestätigt: „Es spricht einiges für die EEX.“ So verfüge sie als Strombörse über die nötigen Kontakte zu den größten CO2-Emittenten. Darüber hinaus werde sie vom frühen Start des Handels profitieren: „Die EEX konnte sich einen großen Vorsprung verschaffen“, sagte der Händler.

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