BÖRSEN Ausblick : Barack Obama mischt die Börsen auf

H. Jahberg,R. Obertreis
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Der amerikanische Präsident Barack Obama hat mit seiner Ankündigung, die Macht der US-Banken zu begrenzen, die Europäer unter Zugzwang gesetzt und die Börsen erschüttert. Nach Informationen des „Spiegels“ bereitet die Bundesregierung für Ende Mai eine internationale Konferenz zur Finanzmarktregulierung in Berlin vor. Ziel soll sein, Alleingänge der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20-Staaten) bei der Finanzaufsicht zu vermeiden und nach Wegen zu suchen, die Banken an den Kosten ihrer Rettung zu beteiligen.

Barack Obama dürfte das nicht kümmern. Er hat seinen Alleingang bereits hinter sich – mit gravierenden Folgen für die Finanzmärkte. Am Freitag setzten die US-Börsen ihre Talfahrt ungebremst fort. Die drei großen Indizes verabschiedeten sich mit einem Minus von jeweils mehr als zwei Prozent aus der Handelswoche, die für den Dow Jones die schlechteste Woche seit März darstellte. Auch die Unsicherheit über die Zukunft von US-Notenbankchef Ben Bernanke dürfte die New Yorker Aktienmärkte in der kommenden Woche belasten.

Wegen eines Streits im Kongress über die Rolle der US-Notenbank Fed bei der Bekämpfung der Finanzkrise ist die Bestätigung Bernankes für eine zweite Amtszeit aufgeschoben worden. Obama zeigte sich am Freitag zwar zuversichtlich, dass der Senat Bernanke bestätigen wird. Doch auch in den Reihen von Obamas Demokraten wächst der Widerstand gegen Bernanke. Seine Amtszeit als Chef der US-Notenbank läuft am 31. Januar aus. Die Bestätigung wird nun für nächste Woche erwartet.

Die US-Pläne zur Bankenregulierung belasten auch die Märkte in Deutschland. Der deutsche Leitindex Dax verabschiedete sich am Freitag mit einem Tagesverlust von 0,90 Prozent bei 5695,32 Zählern in das Wochenende. Im Wochenverlauf gab er damit 3,69 Prozent ab. Mittel- und langfristig verbreiten Experten aber Zuversicht. „Die von Obama ausgelöste Welle der Verunsicherung dürfte wieder abebben“, glaubt Volkswirtin Claudia Windt von der Helaba. Und Gunnar Hamann von der Commerzbank sieht den Aktienmarkt zumindest „kurzfristig“ in einer Konsolidierungsphase.

Stoff dafür müssen in den nächsten Wochen dann aber die Unternehmen liefern. SAP präsentiert seine Zahlen für 2009 am kommenden Mittwoch, die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Deutschen Bank legt Vorstandschef Josef Ackermann am 4. Februar auf den Tisch. Auch 2009 dürfte wieder ein satter Milliardengewinn herausgesprungen sein.

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