BÖRSEN Ausblick : „Der Schnaps geht zur Neige“

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Frankfurt am Main - Mit einem Minus von 1,9 Prozent hat sich der Dax im August angesichts des nicht mehr idealen Umfeldes und sehr gemischter Zwischenberichte wacker geschlagen. Wenn der September so läuft, wären Börsianer vermutlich nicht unzufrieden. Schließlich gilt er als kritischster Monat an der Börse. In den vergangenen 25 Jahren ging es im ersten Herbstmonat jeweils mit im Schnitt drei Prozent nach unten. Im September 2002 gab es mit einem Kurssturz um mehr als 25 Prozent sogar den größten Monatsverlust im Dax überhaupt.

Die Krisen in Syrien und Ägypten und damit weiterer Druck auf den Ölpreis haben die Börsianer ebenso im Auge wie die Bundestagswahl. Dazu sind die Sorgen um Griechenland größer geworden. Ein weiteres Hilfsprogramm gilt als unverzichtbar. Zudem weist nicht nur Oliver Roth, Kapitalmarktstratege bei CloseBrothersSeydler, auf die US-Notenbank Fed. Die werde schon in naher Zukunft weniger Geld bereitstellen, indem sie das Volumen ihrer monatlichen Käufe von USStaatsanleihen und Hypothekenpapieren von derzeit 85 Milliarden Dollar zurückfahre. Die Zeiten, in denen sich Banken zum Nulltarif hätten Kapital über die Notenbanken beschaffen können, gingen zu Ende. „Noch läuft die Party, aber der Schnaps geht sichtbar zur Neige.“

Entsprechend skeptisch bewertet Roth die kurzfristigen Aussichten für die Börse. Der Dax könne gar unter die Marke von 8000 Punkten rutschen. Bei der DZ Bank verweist man auch auf die schwächere Konjunktur in den Schwellenländern, die die Exporte aus der EuroZone dämpfen könnten, und auf die erneute Debatte über die Obergrenze der US-Staatsschulden. Die Strategen der DZ Bank bleiben trotzdem bei ihren optimistischen Prognosen mit 8600 Punkten für den Dax zum Jahresende.

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