BÖRSEN Ausblick : Die Optimisten sind zurück

Stefan Kaiser
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Die Optimisten sind an die Börsen zurückgekehrt. Die Anleger kaufen wieder Aktien – wenn auch noch sehr vorsichtig – und schlechte Nachrichten bringen die Märkte nicht mehr so ins Schleudern wie in den ersten drei Monaten des Jahres. Seit seinem vorübergehenden Tiefststand Mitte März hat der Deutsche Aktienindex (Dax) rund 11,5 Prozent an Wert gewonnen. In der vergangenen Woche war es immerhin ein Plus von 0,8 Prozent. Am Freitagnachmittag sah es kurzzeitig sogar so aus, als nähme der Leitindex wieder Kurs auf die Marke von 7000 Punkten, die er zuletzt Ende Februar erreicht hatte.

Unter den Aktienstrategen ist die Stimmung so gut wie lange nicht mehr. „Die negative Stimmung wird zu den Akten gelegt“, sagt Tobias Basse von der Nord LB. Selbst schlechten Nachrichten könnten die Anleger zumeist noch etwas Gutes abgewinnen. „Das machte einen optimistisch, dass das Schlimmste schon hinter uns liegt“, sagt Basse. Und auch die Experten der DZ Bank sehen „sowohl unter fundamentalen als auch marktpsychologischen Gesichtspunkten ... weiteres Erholungspotenzial“. Zur Halbzeit der US-Bilanzsaison, haben die Banker ausgerechnet, liege der Anteil positiver Überraschungen bei knapp 60 Prozent. Das sei zwar geringer als in den Quartalen zuvor; die entsprechenden Abschläge habe die Börse aber schon bei ihren Kursrutschen im Frühjahr vollzogen.

Auch in der kommenden Woche stehen die Quartalszahlen im Vordergrund. In Deutschland wartet die Finanzwelt gespannt auf den Zwischenbericht der Deutschen Bank. In den vergangenen Woche verbuchte die Aktie ein Minus von 1,5 Prozent. Experten rechnen damit, dass die Finanzkrise dem Institut den ersten Quartalsverlust seit Jahren eingebracht haben dürfte. Diese Erwartung bietet aber auch Platz für positive Überraschungen. Zudem stehen Bilanzzahlen von Daimler, BMW, SAP und Siemens auf dem Programm.

Spannend wird die Woche auch in den USA. Für Mittwoch wird die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed erwartet. Während die Marktteilnehmer Anfang April noch mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte gerechnet hatten, erwartet die Mehrheit nun lediglich eine Senkung um 25 Basispunkte auf zwei Prozent.

Besonders mutige Anleger sind schon wieder in den Aktienmarkt eingestiegen. Doch andere Experten warnen vor zu viel Optimismus. „Die Finanzkrise halten wir noch nicht für ausgestanden“, heißt es bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Und auch die Experten der Weberbank raten, das Pulver für Aktieninvestments noch trocken zu halten.

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