BÖRSEN Ausblick : Hilfe aus dem Euro-Tower

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Frankfurt am Main - Auf ein solches Signal von der Europäischen Zentralbank hatten Börsianer gewartet: Als deren Präsident Mario Draghi am Donnerstag verkündete, dass die Zinsen niedrig bleiben oder noch weiter abrutschen würden, und zwar für längere Zeit, brachen viele Experten fast in Jubel aus. Also doch kein Entzug von Liquidität, die auch die Kurse treibt. Der Dax kletterte zeitweise um gut zwei Prozent auf mehr als 8000 Punkte. Das Niveau konnte zum Wochenschluss aber nicht gehalten werden. Denn die Euro-Krise ist längst nicht überwunden.

Aktienstrategen von 20 Banken sind bestärkt durch Draghi. Einer Umfrage zufolge erwarten sie den Dax zum Jahresende im Schnitt bei 8473 Punkten, in der Spitze sogar bei 9000 Zählern. Es werde im Sommer „nervöse“ Handelstage geben, die Anleger zum Aufstocken von Aktienpositionen nutzen sollten, rät Commerzbanker Andreas Hürkamp. Denn: „Im Herbst erwarten wir den Start eines neuen Aufwärtstrends, der den Dax bis zum Jahresende auf 8500 Punkte bringen dürfte“. Aber die Analysten wissen auch, dass es die EZB allein nicht richten wird. „Auf Dauer werden niedrige Zinsen allein nicht reichen, tragfähige Gewinnperspektiven sind gefragt“, sagt Markus Reinwand von der Helaba.

Noch im Juli gibt es aber neue Impulse: Anfang der Woche beginnt mit den Zahlen des US-Aluminium-Konzerns Alcoa die Berichtssaison. 80 US-Unternehmen folgen in der dritten Juli-Woche, bevor etwa mit der Deutschen Bank die ersten heimischen Konzerne ihre Zwischenberichte präsentieren. Dann wird die Börse ihren Blick nicht mehr nur auf die Notenbanken und die Schuldenkrise richten.

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